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Deggendorfer Studierende tüfteln an einzigartiger Meerwasser-Entsalzungsanlage 

Im Labor der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) rauchen die Köpfe, es wird getüftelt, gemessen, simuliert, geschraubt und nachjustiert. Zehn Studierende des Studiengangs Umweltingenieurwesen bzw. Maschinenbau setzen im Rahmen ihrer Projektarbeit um, woran ihr Kommilitone Raphael Wagensonner schon lange feilt: eine Anlage zur Meerwasserentsalzung. Dass der Entwurf Potential hat, steht fest. Immerhin hat Wagensonner mit seiner Idee den bedeutenden „TUM Mehr Wasser Wettbewerb 2013“ gewonnen. 

 

 

„Wasser ist ein Gut, das nicht meistbietend verkauft werden darf“, so die feste Überzeugung von Raphael Tarek Wagensonner. Sein Traum ist es, die Versorgung mit Trinkwasser für Menschen in wasserarmen, heißen Regionen der Erde zu verbessern. Dazu hat er ein relativ einfaches und auch kostengünstiges Konzept entwickelt. Dabei schwimmen die einzelnen Module, zu großen Feldern aneinandergekoppelt, auf der Meeresoberfläche. Wagensonner macht sich in seinem Aufbau den Temperaturunterschied zu Nutze. Die schwarze Oberseite der Entsalzungsanlage wird durch Sonneneinstrahlung erwärmt. So wird das Salzwasser in der oberen Kammer der Anlage aufgeheizt. Kaltes Meerwasser unter der Anlage kühlt die untere Kammer. In der oberen Kammer herrscht infolge der hohen Temperatur ein hoher Dampfdruck. In der Unteren herrscht entsprechend ein niedrigerer Dampfdruck. Die beiden Kammern werden durch eine Spezialmembran getrennt. Diese Membran hält flüssiges Salzwasser zurück, während salzfreier Wasserdampf hindurchströmen kann. Aufgrund des Dampfdruckunterschieds strömt von der warmen, oberen Kammer Wasserdampf in die kalte Kammer. Dort kondensiert er an der Edelstahlplatte zu flüssigem Trinkwasser.

Für den Bau des Teststands hat sich Wagensonner verlässliche Partner und Unterstützer gesucht. Professor Dr.-Ing. Robert Mnich, Professor für Verfahrenstechnik, betreut das Projekt von Anfang an. Er hat sich bereits zuvor mit dem Themengebiet der Trinkwasserdesinfektion auseinandergesetzt. Seit letztem Jahr verstärkt Professor Dr. Stephan Leyer, Professor für Physik, die fachliche Kompetenz. Zu seinen Themengebieten zählt die Umwandlung von Sonnenstrahlen in Wärme. Auch die Hochschulleitung der THD befürwortet und unterstützt das Projekt, wo immer es möglich ist, ebenso die Deutsch-Jordanische Universität in Amman. Die Berghof GmbH aus Eningen stellt ihre Kompetenz beim Entwurf der Membran zur Verfügung. Die Firma Zollner AG aus Zandt greift Wagensonner und seinen Mitstreitern bei der Fertigung der Konstruktionsteile unter die Arme.

Die wichtigsten Partner an seiner Seite sind für Wagensonner im Moment die zehn Kommilitonen, mit denen er am Teststand tüftelt. Für die Studierenden ist es die Projektarbeit in ihrem jeweiligen Fach. Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft, können Wagensonner und seine Mitstreiter die Pilotanlage in ein bis zwei Jahren vor Ort in Jordanien aufbauen und unter Realbedingungen testen. Die Deutsch-Jordanische Universität, mit der Wagensonner und die THD seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten, wird das Projekt dann vor Ort unterstützen.

 

 


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