20160705 vhbTH Deggendorf erntet großes Lob für digitale Lehre

Bei der aktuellen Digitalisierungswelle in Bayern, die auch vor der Lehre nicht Halt macht, kann die Technische Hochschule Deggendorf (THD) als Trendsetter gesehen werden. Hatte sie doch 2002 die ersten akademischen Absolventen Deutschlands, die ca. 50% ihrer Lehre als digitale Lehre mit Internet und Video absolviert hatten. Dieser Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik geht nun zum Wintersemester 2016/17 in die 17. Neuauflage.

Bei seinem Besuch bescheinigte der Geschäftsführer der virtuellen Hochschule Bayern (vhb), Dr. Paul Rühl, jüngst der THD den Spitzenplatz bei digitaler Lehre. So belegen 29 % der Deggendorfer Studierenden vhb-Kurse, bei einem Durchschnitt von 13% über alle Hochschulen, und sind damit zusammen mit der Evangelischen Hochschule Spitzenreiter. Der Mathematikkurs von Prof. Dr. Dr. Heribert Popp hatte im Wintersemester 2015/16 insgesamt 900 Belegungen bayernweit. Er ist damit mit dem Kurs PC-Praktikum der OTH Amberg-Weiden Spitzenreiter unter den Hochschulen. An den Universitäten sind mit Abstand die Jura-Kurse die Renner. Die THD bietet zurzeit 33 Kurse über die vhb bayernweit an und erreicht damit 5800 Belegungen. Das Problem der Klausuren bayernweit hat die THD durch einen Samstagprüfungstag je Semester gelöst, bei dem gleichzeitig an fünf Hochschulen die Prüfungen zu den 30 Deggendorfer vhb-Kursen geschrieben werden. Da manche bayerische Studierende mehrere Deggendorfer Kurse belegen, finden die Prüfungen zu vier Zeitschienen an diesem Tag statt.
In Deggendorf werden die digitalen Kurse in verschiedenen Lernszenarien eingesetzt. So belegt ein ganzes Semester den virtuellen Kurs und schreibt die Klausur an der THD, die aber von der Kursanbietenden Hochschule korrigiert wird. In einer anderen Variante bietet ein Deggendorfer Professor zum digitalen Kurs noch Präsenzübungen an und stellt auch die Klausur. Prof. Popp hat die Lehrform Blended-Learning-interaktiv entwickelt, bei dem das „Interaktive Video“ eine tragende Rolle spielt. Hier wechseln sich ein kurzes Video zur Theorie des Teilkapitels mit interaktiven Selbsttests und der Videoerklärung der Testaufgabe ab. Im praktizierten Blended Learning Stil dient der virtuelle Teil zum Vorbereiten der Präsenzphase, was 50%-85% der Studierenden tun, da sie in jeder Präsenzphase explizit dazu motiviert werden. Die Präsenzphase ist ausschließlich interaktiv gestaltet mit gemeinsamem Wiederholen des virtuellen Inhaltes, Fragenbeantwortung, Aufgabenlösen in Zweiergruppen und Präsentieren und Diskutieren der Ergebnisse. Empirisch war bei Blended Learning die Klausurdurchschnittsnote um 0,4 besser als bei reiner Präsenzlehre oder reiner virtueller Lehre. In seinen neuen Forschungsarbeiten versucht Prof Popp die Klausurnote anhand der Klickaktivitäten im digitalen Kurs zu prognostizieren, was zu 66-75% bisher gelingt und zur Motivation der Studierenden eingesetzt wird.

Foto: Der THD-Vizepräsident für Studium und Studierendenangelegenheiten, Prof. Dr.-Ing. Klaus Nitsche (li.) freut sich mit Prof. Dr. Dr. Heribert Popp (re.) über das große Lob von vhb Geschäftsführer Dr. Paul Rühl bzgl. praktizierter digitaler Lehre an der THD.

5. Juni 2016 | THD-Pressestelle (PK)


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