Da Hochschulen für angewandte Wissenschaften kein eigenständiges Promotionsrecht besitzen, werden Promotionen in Kooperation mit Universitäten durchgeführt. Derzeit promovieren Doktorandinnen und Doktoranden der TH Deggendorf in Kooperation mit Universitäten

in Deutschland

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
Technische Universität München (TUM)
Ludwig Maximilian Universität München (LMU)
Universität Passau
Universität Würzburg
Technische Universität (TU) Ilmenau
Universität Leipzig

in Europa

University of Limerick, Irland
Northumbria University Newcastle, Großbritannien
Universität Luxemburg, Luxemburg
Universitat Autònoma de Barcelona (UAB Barcelona), Spanien
Universitatea din București, Rumänien
Universität Salzburg, Österreich
Universität für Bodenkultur Wien, Österreich

Kooperation mit UWS

Promotionsinteressierte haben die Möglichkeit über die TH Deggendorf eine Promotion an der University of West of Scotland (UWS) in Paisley zu absolvieren mit dem Abschluss PhD. Über die Bedingungen und das Procedere bitte an wenden.

Erfahrungsbericht Promotion an UWS und THD

Susanne Reimann promoviert seit 2013 an der University of West of Scotland (UWS) in Kooperation mit der Technischen Hochschule Deggendorf (THD). Sie berichtet in einem Interview mit dem Graduiertenkolleg über ihre Erfahrungen mit diesem Promotionsprogramm.

Wie sieht das Promotionsprogramm der UWS aus und was bietet es Promovierenden?

An der UWS gibt es die Möglichkeit, innerhalb von 3 Jahren Vollzeit zu promovieren oder – und das machen wir vier Deggendorfer Doktoranden – man promoviert in Teilzeit. Das Programm heißt in unserem Fall PhD Part Time Distance und läuft max. sieben Jahre. Eingeschrieben ist man zunächst als M.Phil, bis man nach der Hälfte etwa den sogenannten Transfer Event hat. Dabei präsentiert man vor einem Gremium seinen aktuellen Stand und muss währenddessen unter Beweis stellen, dass man fähig ist, eine Doktorarbeit (PhD thesis) zu schreiben.

Nach 12 Wochen, 6 Monaten und dann jährlich muss jede/r Promovierende/r einen Progression Report einreichen um die Hochschule über den aktuellen Stand der Promotion zu unterrichten. Der gesamte Prozess ist sehr hilfreich, weil man sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und die wichtigsten Punkte dokumentiert werden. 

Administrativ betreut wird man vom Innovation & Research Office (IRO). Das Team des IRO ist in den gesamten Bewerbungsprozess mit eingebunden, unterstützt bei der Betreuersuche und schickt dann auch den sogenannten Offer Letter, wenn man als PhD candidate angenommen wird.

Das IRO richtet zudem jedes Jahr im Frühjahr eine viertägige Research Student Conference aus, an der alle Promovierenden teilnehmen müssen. Im ersten Jahr veröffentlicht man seinen Abstract, im zweiten Jahr ist man mit einem Poster und im dritten Jahr mit einer Präsentation beteiligt. Zudem kann man sich in dieser Woche intensiv mit anderen Doktoranden austauschen, seine Betreuer treffen und Kurse, die währenddessen angeboten werden, besuchen.

Wie lässt sich das berufsbegleitendende Promotionsprogramm mit einer Beschäftigung vereinbaren?

Für mich funktioniert das Programm sehr gut. Durchschnittlich fahre ich zwei Mal pro Jahr nach Schottland, insgesamt aber nicht mehr als 5-6 Arbeits- bzw. Urlaubstage. Alle anderen Treffen mit meinem Betreuer finden über Skype und meistens abends statt. Sonstige Pflichtveranstaltungen gibt es nicht. Meine Arbeit wird also durch das Programm der UWS nicht beeinträchtigt.

Für mich ist es wichtig, die Wochenenden gut einzuteilen, da ich einen Großteil der Promotion an diesen beiden Tagen erledige. Während der Woche, nach der Arbeit erledige ich administrative Tätigkeiten oder bereite beispielsweise den Progression Report vor.

Was hat dich persönlich motiviert einen berufsbegleitenden PhD zu absolvieren?

Ich bin mittlerweile seit acht Jahren beruflich tätig. Bereits nach kurzer Zeit in meinem ersten Job war mir klar, dass ich mich persönlich weiterentwickeln und etwas machen möchte, was nur für mich ist und wobei ich mich nur für mich selbst anstrenge. Zudem wollte ich mich gerne mit einem Thema in größerem Umfang und für längere Zeit auseinandersetzen. Was würde da besser passen als eine Promotion. Natürlich spielt auch der Gedanke mit, langfristig vielleicht bessere berufliche Möglichkeiten zu haben und sich den Weg für eine akademische Laufbahn offenzuhalten.

Was hat Dich am Programm der UWS überzeugt?

Mein Bachelorstudium, International Management, war bereits international ausgerichtet. Meinen Master habe ich in Australien gemacht. Deswegen passt die kooperative Promotion mit einer schottischen Hochschule sehr gut zu mir.

Zudem ist die UWS eine sehr junge Hochschule, die internationalen Studenten tolle Möglichkeiten bietet. Man hat mit dem PhD Part Time Distance Programm zum einen keinen Zeitdruck und zum anderen auch nicht die Pflicht, jeden Monat in Schottland aufzutauchen.

Mein Betreuer an der UWS hat selbst vor nicht allzu langer Zeit promoviert und versteht dadurch meine Situation sehr gut und unterstützt großartig. Wir skypen alle zwei Monate und sehen uns ein- bis zweimal im Jahr. Die Zusammenarbeit funktioniert somit über die große Entfernung hinweg ohne Probleme.

Warum hast Du mit der THD an diesem Programm teilgenommen?

Ich habe bereits meinen Bachelorabschluss an der THD gemacht und anschließend ein Jahr lang als Studiengangsassistentin für „International Management“ gearbeitet. Ich bin also ein „Deggendorfer Kindl“. Per Mail habe ich damals von der kooperativen Promotionsmöglichkeit mit der UWS gehört; ich wusste sofort, dass das Programm das richtige für mich sein könnte und habe mich über weitere Schritte informiert.

Wie wurde Dein Doktorvater ausgewählt?

Mein Abstract wurde in Schottland an verschiedene mögliche Betreuer geschickt. Diese konnten dann ihr Interesse beim IRO bekunden. Ich bekam dann eine Mail in der stand, wer mein Betreuer ist und dass ich mich ab sofort mit ihm in Verbindung setzten dürfe.

Wie erfolgt die Bewerbung?

Zunächst einmal habe ich mir an der THD einen Betreuer gesucht, in meinem Fall Prof. Dr. Johann Nagengast. Gemeinsam mit ihm habe ich dann zwei Abstracts ausgearbeitet und über das Innovation & Research Office der UWS eingereicht. Zwei Abstracts deshalb, weil damit die Chancen größer sind, angenommen zu werden.

In welcher Phase wird das Thema formuliert?

Bereits vor der Bewerbung überlegt man sich, wie ein mögliches Thema aussehen könnte. Mit dem Abstract bekommt der potenzielle Betreuer schon einen gewissen Eindruck. Allerdings wird bereits in den ersten Gesprächen das Thema verfeinert, angepasst und in vielen Fällen auch nochmal abgeändert.

In welcher Phase ein Exposee?

Gleich am Anfang. Siehe oben.

Sind die Zeitvorgaben für die Absolvierung des PhDs realistisch?

In meinen Augen ja. Wenn man vor den 7 Jahren abschließen möchte, ist das auch ohne Probleme möglich.

Würdest Du es erneut machen?

Jederzeit wieder!

Was empfiehlst DU Interessierten?

Wenn man promovieren möchte, sollte man sich zum einen ein Thema aussuchen, dass einen wirklich interessiert, da man sich wirklich lange damit beschäftigt. Der zweite Punkt ist „dranbleiben“. Wenn man erstmal eine gute Promotionsmöglichkeit gefunden hat, ist das die halbe Miete. Aus meiner Sicht ist die UWS in Kombination mit der THD der ideale Begleiter.

Was könnte am Programm verbessert werden?

Die Kommunikation an die internationalen Doktoranden war anfangs nicht sehr gut. Mittlerweile wurde das an der UWS besser strukturiert und die Informationen kommen bei uns an.

Was könnte die THD verbessern?

Viele ehemalige Studenten der THD haben noch nichts über das Angebot der UWS gehört. Sobald sie genauere Informationen darüber erhalten, sind alle begeistert. Hier könnte man beispielsweise die Informationen breiter streuen. Zudem wäre es für die Doktoranden der UWS eine Bereicherung, wenn im Rahmen des Doktorandenkollegs Seminare zu bestimmten Themen angeboten werden könnten.

Vielen Dank!

Events & More

icon tag der forschung 2018

icon tag der forschung 2017

elektromobilitaet der zukunft

icon forschungsbericht

icon bavarian journal

merchandising