Demographischer Wandel, Miniaturisierung, mobile Endgeräte, Personalisierung, Mobilität, Technikakzeptanz - neue technologische und gesellschaftliche Entwicklungen führen dazu, dass der Mensch bei technischen Neuerungen mehr und mehr in den Fokus der Diskussion rückt. Kaum eine Ausschreibung, die diesen Anspruch nicht formuliert; sei es für die Entwicklung, Implementierung oder Evaluation von Technik.  Um diesen Anforderungen zu begegnen, plant die Technische Hochschule Deggendorf die Einrichtung eines Instituts Mensch und Technik (kurz IMUT). Das IMUT nimmt eine querschnittliche und interdisziplinäre Position innerhalb der inhaltlichen Bereiche der Hochschulorganisation ein. 

Es ist das Bestreben des IMUT, an der THD ein Kompetenzzentrum und Kompetenznetzwerk Mensch und Technik zu etablieren. Damit kann entsprechende Expertise am IMUT gebündelt und angeboten werden.

Das IMUT spricht mit seinem Angebot alle Fakultäten der Hochschule an. Mit dieser interfakultären Ausrichtung besetzt das IMUT bewusst eine Nabenstellung und bildet so eine interdisziplinäre Schnittstelle zwischen den einzelnen Fachrichtungen.

Im Bereich Energie und Nachhaltigkeit ist es die Subsidiarität, die eine erfolgreiche Technologieimplementierung ausmacht, die Berücksichtigung von Verhaltens- und Einstellungsaspekten kleiner und kleinster Organisationsstrukturen. Wie beeinflusst die unmittelbare Benutzerschnittstelle Verbraucherverhalten? Wie wirken sich regulative Rahmenbedingungen aus? Auf welche weise kann die Akzeptanz neuer Technologien befördert werden?

Mensch und Technik in der Forschungslandschaft der THD

Die Forschungslandschaft der Technischen Hochschule Deggendorf ist geprägt von der Ausrichtung auf den Menschen als aktiven und passiven Nutzer von Technologie.  

Folgende Beispiele illustrieren das:

  • Der demografische Wandel beeinflusst die technologische Entwicklung in vielen Bereichen: von besonderem wirtschaftlichen Interesse ist die Gestaltung  industrieller Arbeitsumgebungen und -prozesse, die eine älter werdende Belegschaft berücksichtigen.  
  • Sehr deutlich wird dieser Einfluss im GesundheitsbereichMobile Health/Telemedizin, Ambient Assisted Living oder REHA-Mechatronische Technologien. Klassische Fragen der effektiven und effizienten Bedienung komplexer Technologien werden hier ergänzt durch die Herausforderung, Technik für beeinträchtigte und/oder technologieaverse Benutzer zu gestalten. 
  • Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung zielt das Projekt Industrie 4.0 auf technologische Entwicklungen in Richtung einer Smart Factory ab. Erfahrungen aus den Bereichen der Fliegerei und des motorisierten Individualverkehrs zeigen, dass Automatisierung zu einer kurz- und mittelfristigen Verschärfung der Anforderungen der Schnittstelle an den Menschen als Benutzer oder Überwacher führen; nicht zuletzt hinsichtlich der Akzeptanz gegenüber technischen Neuentwicklungen. So bieten besonders Entwicklungen im Bereich mobiler Endgeräte in diesem Kontext großes Potenzial.
  • In den Bereichen Internet und Kommunikation zeigen sich ganz natürliche Schnittstellen zum Usability Engineering. Eine sich rasant entwickelnde Hard- und Softwarelandschaft darf die Orientierung an Anforderungen und Bedürfnissen der Benutzer nicht aus den Augen verlieren. Dazu müssen formative Evaluationsansätze in die hochagilen, iterativen Entwicklungsprozesse integriert werden. 
  • Im Bereich entscheidungsunterstützender Softwaresysteme sind methodische Ansätze wichtig, die darauf abzielen, Wissen menschlicher Experten zu externalisieren und verwendbar zu machen; sei es zur Gestaltung von Trainings oder zur Implementierung dieses Wissens in (rechnerbasierten) Modellen. 
  • Big Data & Co. haben gewaltige Volumina von Daten und Informationen zum Gegenstand. Unter der Überschrift „Personalisierung“ sprechen diese Ansätze gezielt individuelle Nutzer- und Kundenbedürfnisse an. Es ist eine Aufgabe der Mensch-Technik-Abstimmung, diese Bedürfnisse zu identifizieren, zu analysieren und Angebote darauf abzustimmen.  
  • Mobilitätskonzepte der Zukunft  decken die gesamte Bandbreite an Berührpunkten von Mensch und Technik ab: Die ergonomische Gestaltung von Ladestationen für E-Fahrzeuge;  kurz- und mittelfristige Wirkungen hochautomatisierten Fahrens; individuelles Wahl- und Entscheidungsverhalten bei der Nutzung diverser Mobilitätsangebote; Aspekte der Akzeptanz von neuartigen Mobilitätskonzepten.

Dieser kurze Abriss zeigt: Entwicklung, Implementierung und Bewertung von Technik im Hinblick auf Anforderungen und Ansprüche der Benutzer ist und wird zunehmend für alle Technik- und Technologiebereiche relevant. 

 

Evidence Based Engineering – nachweisorientierte Technik

Als interdisziplinär aufgestellte Hochschule steht es uns gut zu Gesicht, Erfahrungen der einen auch für andere Domänen zu nutzen. So setzt sich im Gesundheitswesen mehr und mehr die Auffassung durch, dass medizinische Entscheidungen auf Grundlage von empirischen Nachweisen aus systematischer Forschung getroffen werden und dabei Patientenpräferenzen einschließen müssen. Dieser Ansatz wird unter dem Stichwort „evidenzbasierte (eigentlich nachweisorientierte) Medizin“ zusammengefasst.

Auch in den Technikdisziplinen ist ein solch nachweisorientierter Ansatz erforderlich. Insbesondere dann, wenn der Mensch als Technik-Adressat den Gestaltungprozess erweitert, und die Freiheitsgrade in Planung, Umsetzung und Bewertung erhöht. Gestaltung von Ingenieuren/Informatiker für Ingenieure/Informatiker war früher. Gestaltung von Technik am Benutzer oder an der Gesellschaft vorbei wird nicht mehr akzeptiert. Benutzerorientierte Ansätze setzen neue Schwerpunkte: physische und kognitive Ergonomie, Aspekte der BenutzerEinstellung und Akzeptanz, individuelle Bedürfnisse, kulturelle Besonderheiten, Werte und Präferenzen. 

Um diese Anforderungen und Bedürfnissen von Nutzern und Kunden berücksichtigen zu können, ist eine systematische Untersuchung und Evaluation der Passung von Mensch und Technik erforderlich. Das Institut Mensch und Technik wird Sie dabei unterstützen.

Projektpräsentation: Um die Aktivitäten der THD im Spannungsfeld Mensch und Technik zu dokumentieren, werden regelmäßige Symposien Projekte der THD vorstellen, die die Abstimmung von Mensch und Technik zum Thema haben.

Ansatzpunkte: Diese Anforderungen nimmt das IMUT auf und bietet  interessierten Partnern innerhalb der THD zu folgenden Aspekten der Kooperation seine Expertise an:

  • Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Auswertung von empirischenStudien im Bereich Usability, Mensch-Maschine-Interaktion, Human Factors
  • Expertengutachten für bestehende Produkte und Benutzerschnittstellen
  • Gemeinsame Betreuung von Abschlussarbeiten in relevanten Bereichen 
  • Wissensvermittlung: Methodenausbildung, -auswahl und -neuentwicklung
  • Projektplanung: Von der Integration Mensch-orientierter Aspekte während der Konzeptionsphase bis hin zur (quantitativen o. qualitativen) Datenerhebung und –auswertung

Leitung:

Beteiligte/Partner:

 

 

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