Angst vor Abschiebung - droht bei Abschiebung die Todesstrafe? Unterschriftenaktion an der Hochschule Deggendorf soll jungen Iraner retten.

Unter dem Motto "Helft eurem Kommilitonen" hat der Studentische Konvent der Hochschule jetzt eine Solidaritätsaktion gestartet.

Saeid Rezaei (25) studiert im Moment als Gaststudent an der Hochschule Deggendorf. Erst im Jahr 2010 musste er aus seiner Heimat Iran fliehen, da er gegen das Regime des umstrittenen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und für echte Wahlen demonstriert hatte. Jetzt droht ihm dort, als Oppositionellem, Gefängnis "oder sogar die Todesstrafe", hieß es gestern in einer Mitteilung des Studentischen Konvents. Sein Problem: Das Bundesamt für Migration hat den Asylantrag abgelehnt. Der Studentische Konvent, Lehrkraft Deborah Lehmann-Irl sowie die Hochschulleitung wollen, dass Saeid auch weiterhin in Deggendorf studieren kann.

Daher liegen ab sofort im B-Gebäude (vor dem Saal B 004) und in der Mensa (an der Studentenvertretungspinnwand rechts vor den Treppen) Unterschriftslisten aus. Ebenso werden die Fakultätssprecher Listen herumgeben.

Jeder ist eingeladen, sich durch seine Unterschrift für Saeid Rezaei einzusetzen. "Wir durften Saeid kennenlernen - er ist ein sehr sympathischer, engagierter junger Mann, der unsere Mithilfe verdient", so gestern eine Sprecherin.

Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer aus Abensberg (Landkreis Kelheim) hat sich indessen gegen die mögliche Abschiebung des 25 Jahre alten iranischen Asylbewerbers ausgesprochen, der in der Sammelunterkunft Schöllnstein bei Iggensbach untergebracht ist.

Integrationsbeauftragter hat sich eingeschaltet

Dem Bayerischen Rundfunk sagte Neumeyer am Donnerstag, möglicherweise lägen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit Sitz in Chemnitz nicht alle Beweise vor. Die Behörde hatte den Asylantrag des Iraners abgelehnt. Inzwischen ist aber ein Bild bekannt, das zeigt, wie der iranische Student vor seiner Flucht nach Deutschland in Teheran mit einem Plakat gegen den iranischen Machthaber Mahmud Ahmadinedschad protestiert. Man wisse, so der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, dass es nicht ungefährlich sei, in solchen Regimen so zu protestieren. Neumeyer geht davon aus, dass der Behörde in Chemnitz dieses Bild zum Zeitpunkt der Ablehnung des Asylantrags nicht vorlag.

Deshalb sieht der Politiker berechtigte Aussichten einer Klage gegen die Ablehnung des Asylantrags. Eine solche Klage organisiert derzeit der katholische Pfarrer von Winzer, Richard Simons.

Sollte der Rechtsweg ausgeschöpft sein, wäre das Schicksal des 25-jährigen Iraners nach Ansicht Neumeyers ein Fall für die Härtefallkommission oder den Petitionsausschuss.

Quelle: Donau Anzeiger / Idowa
Autor: Peter Kallus 

Events & More

360 campus

25y thd

digitalisierung logo webseite

jetzt bewerben

bayernbarrierefrei signet

tv sperber d

weltoffene hochschulen gegen fremdenfeindlichkeit

icon campusmedia

merchandising

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok