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Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Sperber: Hoffen für Grafenauer Logistik-Projekt auf Anschubfinanzierung

Mit einem Technologie Campus (TC) für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management in Grafenau will die Hochschule für angewandte Wissenschaften Deggendorf die „Erfolgsgeschichte der dezentralen Forschungseinrichtungen fortsetzen“, wie Prof. Diane Ahrens von der Hochschule Deggendorf und Leiterin des geplanten neuen Technologie-Campus Grafenau, mitteilt. Sie und Hochschul-Präsident Prof. Peter Sperber hoffen, dass die Staatsregierung den neuen Campus bis Mitte 2013 genehmigt.

Initiiert wurde das Projekt in Grafenau (Neudorf) vom Regionalmanagement und von Unternehmern der Region Freyung- Grafenau unter der Moderation der Hochschule Deggendorf. Im Frühjahr 2011 wurde als erster Schritt ein Logistik-Forschungsund Kompetenznetzwerk mit anfangs 13 Firmen gegründet, die den Aufbau der geplanten Einrichtung unterstützen.

Im Mai diesen Jahres bezog der angehende Logistik-Campus Räumlichkeiten in Neudorf bei Grafenau. Aus Forschungsmitteln des Bundeswirtschaftsministeriums konnten laut Prof. Ahrens die ersten drei Mitarbeiter eingestellt werden. Deren Finanzierung sei noch bis Ende März 2013 gesichert.

Laut Hochschul-Präsident Prof. Sperber ist im Juni beim Wissenschaftsministerium der Antrag auf Errichtung des neuen Technologie-Campus gestellt worden. „Wir hoffen, dass wir dafür die Zustimmung aus München erhalten, und ein Ausbau des Campus durch entsprechende Berücksichtigung im Doppelhaushalt 2013/2014 unterstützt wird − und dasswir imkommenden Jahr eine Anschubfinanzierung analog der bestehenden Technologie Campi erhalten“, so Sperber (die Anschubfinanzierung bei Technologie-Campi beläuft sich in der Regel auf fünf Jahre und bewegt sich zwischen vier und fünf Millionen Euro).

Sperber nannte es seine Zukunftsvision, die Region Bayerischer Wald zur Technologie-Region weiter auszubauen, und „somit nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken und den Abwanderungstrend umzukehren“.

Auf Anfrage der Passauer Neuen Presse (PNP) teilte gestern das Bayerische Wissenschaftsministerium mit, über das Projekt eines Technologietransferzentrums für Logistik in Grafenau sei noch nicht abschließend entschiedenworden − „insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass neben Grafenau noch weitere Anträge aus anderen Regionen auf Gründung von Technologietransferzentren vorliegen“.

Nach PNP-Informationen gibt es angesichts des Sparkurses der Landesregierung seitens des Finanzministeriums die Vorgabe, vorerst keineweiteren Technologie Campi zu fördern. Angeblich aber solle es darüber in der ersten Jahreshälfte einen Ministerratsbeschluss geben.Da der TCGrafenau schon operativ tätig ist, hätte er Vorrang vor anderen geplanten Forschungseinrichtungen, heißt es aber aus München unter der Hand. Die Neuerrichtung eines neuen Technologie- Campus in Grafenau wäre laut Prof.DianeAhrens auf jeden Fall „absolut sinnvoll.“ Die Erfolge der bestehenden Technologie- Campi bestätigten diesen innovativen Ansatz von Hochschul- Standorten auf dem Land. Dazu wäre ein Campus für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management (SCM) einzigartig (SCM= Planung, Steuerung und Kontrolle weltweiter Güterströme und zugehöriger Informationen). „Mit der Realisierung des Projektes in Grafenau würde erstmals ein Campus errichtet, der ein Bindeglied zwischen IT, Technik und Management darstellt“, so Ahrens.

Umso mehr freut sie sich über die „Unterstützung des bayerischen Wirtschaftsministers Martin Zeil“ (FDP). Bei einem Besuch imJuli inGrafenau bezeichnete er die bestehenden Technologie- Campi der Hochschule Deggendorf als „Renner“. Er gab sich auch optimistisch hinsichtlich der Errichtung des geplanten neuen in Grafenau. Weitere Unterstützung wurde laut Ahrens bereits von Landwirtschaft- minister Brunner sowie Staatskanzleichef Kreuzer zugesagt.

Professor Diane Ahrens, die als ausgewiesene Expertin für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management an der Hochschule Deggendorf gilt, sagte, am neuen Campus sollen neben Themen wie Nachhaltigkeit in der Logistik, logistische Unterstützung der Energiewende, Mobilität und Logistik im strukturschwachen Raum auch Bereiche wie Einkauf und Supply Chain Management auf der Agenda stehen.Das Forschungsspektrum solle von Optimierung von Nutzfahrzeugkonfigurationen zur Kraftstoffeinsparung bis hin zur Entwicklung innovativer Prognoseverfahren reichen.

Der Campus solle nicht nur forschend, sondern auch beratend tätig sein, wobei er sich jedochwesentlich von klassischen Beratungsunternehmen im Bereich Einkauf und Logistik unterscheide; etwa durch die Möglichkeit der Hochschule, Projekte finanziell durch Akquise von Fördermitteln (Land, Bund, EU) zu unterstützen, oder die Integration von Studenten in Beratungsprojekte. Dies wiederum erlaube Firmen frühzeitigen Kontakt zu qualifiziertem Nachwuchs. Und geplant sei die enge Verzahnungmit der Wirtschaft.

Grafenau ist laut Ahrens nicht zufällig als Standort eines neuen Logistik-Campus gewählt worden, sondern in Erinnerung an einen einstmals wichtigen Logistik- Standort mit der Spedition Häring. Aus diesem Unternehmen seien nach dessen Verkauf mittlerweile erfolgreiche Firmen entstanden, die die Nähe zur Hochschule suchten, um im Rahmen von Forschungsprojekten das eigene Know-how zu erweitern, innovative IT-Lösungen für den Logistik-Bereich zu entwickeln sowie Nachwuchsführungskräfte in der Region zu halten. Erste Studenten hätten bereits imBereich Einkauf und Logistik ihre Abschlussarbeiten in Firmen der Region geschrieben (z.B. SLE electronic: Lieferantenbewertung). Zudem sei dem werdenden Campus für technische Forschungen vonMAN ein Versuchs-Lkw überlassen worden. Im Bereich Prognose habe man schon ein Projekt gestartet, an dem mehrere Firmen der Textil- und Bekleidungsindustrie wie Eterna, Bogner oder Garhammermitarbeiten wollten.

Bestehende Technologie-Campi

Bislang hat die Hochschule Deggendorf bereits folgende Außenstellen geschaffen:

  • Technologie-Campus (TC) Teisnach (Optische Technologien/ Hochfrequenztechnik)
  • TC Freyung (Angewandte Informatik und Bionik)
  • TC Cham (Mechatronik und Automatisierungstechnik)
  • Campus Schloss Mariakirchen (Nachhaltigkeit/ Alterswissenschaften)
  • TAZ Spiegelau (Heiße Glastechnologien)
  • TC Weissenburg (Kunststofftechnik)
  • TC Bad Kötzting (Pflege und Gesundheitsprävention)

Ziel dieser Einrichtungen ist die bessere Vernetzung von Industrie, Region und Wissenschaft durch Forschung, Projektarbeit, Beratung, Fortbildung oder durch Schaffung einer Netzwerkplattform. Dies führe auch zu neuen Jobs. So seien etwa allein am TC Teisnach und dem benachbarten Gründerzentrum bereits 350 Arbeitsplätze durch Spitzenforschung und Unternehmensansiedlungen entstanden. Absolventen der Hochschule entschieden sich durch diezunehmende Attraktivität dieser Standorte, die sie bei Forschungsprojekten vor Ort erlebten, zunehmend für Ostbayern und gegen die Metropolen.

Quelle: PNP vom 3. November 2012
Autor: Alois Schießl
Foto: König 


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