20150402-pfarrkirchenEuropa-Hochschule Rottal-Inn/Pfarrkirchen
Ein "europäischer Leuchtturm": Studium im Baukasten-System

Eine Region vor dem Wandel: Bisher ist der Landkreis Rottal-Inn über seine Grenzen hinaus, wenn überhaupt, für sein Thermalwasser, seine Radwege und den Pferdesport bekannt. Gemütlichkeit und eher beschauliche Freizeitaktivitäten prägen das Bild dieses Landstrichs. Doch mit dem 1. Oktober könnte ein Wandel eingeleitet werden. Dann nämlich ist die Kreisstadt Pfarrkirchen tatsächlich Hochschulstandort, nehmen die ersten Studierenden ihre Ausbildung an der Europa-Hochschule Rottal-Inn auf.

 

Und die Organisatoren haben ehrgeizige Ziele: Am Ende einer mehrjährigen Aufbauphase soll im Idealfall Pfarrkirchen nicht weniger als ein "europäischer Leuchtturm", soll das Bildungssystem um einen international anerkannten neuen Hochschulabschluss reicher sein. Über den aktuellen Stand der Vorbereitungen und ihre Visionen für die Zukunft berichteten im Redaktionsgespräch von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) Präsident Prof. Dr. Peter Sperber, die Vizepräsidenten Prof. Dr. Horst Kunhardt und Prof. Dr. Klaus Nitsche sowie THD-Pressereferent Christian Murauer, außerdem Pfarrkirchens ehemaliger Bürgermeister Georg Riedl, der nun als Hochschulkoordinator tätig ist.

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"Wir gründen auf ein halbes Jahr eine neue Hochschule. Das soll uns mal jemand nachmachen", deutet Prof. Sperber den enormen Verwaltungsaufwand an, der nun in der Endphase zu bewältigen ist. "Eine spannende Zeit", wie die Präsidenten versichern, denn auch sie wissen noch nicht, wie groß letztlich der neue Ableger der THD zum Start sein wird. Sicher ist nur soviel: Zum Wintersemester ab 1. Oktober starten die Studiengänge Bachelor International Tourism Management – Health and Medical Tourism und der Master Medical Informatics. Zum Sommersemester ab 15. März 2016 beginnt der Master International Tourism Management. Das Studienfeld Ingenieurwesen/Management folgt frühestens ab Herbst 2016.

"Heimatnah ein internationales Studium absolvieren zu können, ist ein Geschenk des Himmels", so Präsident Prof. Sperber. "Die Europa-Hochschule Rottal-Inn ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Bayern", so Sperber.

Die Europa-Hochschule Rottal-Inn wird eine Reihe von Besonderheiten, von Alleinstellungsmerkmalen aufweisen können. Wichtig vor allem: "Jeder Bewerber bekommt einen Studienplatz". Es gibt keine Zulassungsbeschränkung. Die Startfinanzierung ist ohnehin gesichert. Zwei Millionen Euro und acht Stellen hat das Wirtschaftsministerium heuer für den Gesundheitsbereich bereits genehmigt. Im nächsten Jahr werde, so Sperber, im Doppelhaushalt des Freistaates wieder das Gleiche bereitgestellt. "Damit kommen wir hin." Eine Zusage der Unterstützung, aber noch keine gesicherte Finanzierung gäbe es dagegen derzeit für den Technikbereich. Die Finanzpläne seien beim Ministerium eingereicht. Sperber lässt keinen Zweifel daran, dass für den Bereich Technik die Erstellung eines Neubaus unumgänglich ist. Ein solcher Bau solle von der Privatwirtschaft erstellt und dann angemietet werden.

Die Europa-Hochschule Rottal-Inn ist ja Teil der Technischen Hochschule Deggendorf. Diese wiederum arbeitet dafür mit Partneruniversitäten in Österreich, Polen, Spanien und Tschechien zusammen. Und auch aus Finnland und Brasilien gäbe es bereits Interesse an einer Kooperation, erzählt Prof. Dr. Horst Kunhardt. Die Studierenden werden auch zwingend ein Auslandssemester absolvieren müssen. Bei aller Internationalität aber ist es den Organisatoren ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass sie natürlich auch und vor allem auf künftige Studenten aus dem Umland hoffen. "Wir sehen das in erster Linie als Angebot für die jungen Menschen und auch für die Arbeitgeber in der Region", so Prof. Dr. Kunhardt. Im Gesundheitsbereich und im Bäderdreieck würden entsprechende Fachkräfte dringend gebraucht. Entsprechend der internationalen Ausrichtung werden die Vorlesungen in englischer Sprache gehalten.

Die Technische Hochschule Deggendorf will an der Europa-Hochschule Rottal-Inn ein völlig neues Konzept verwirklichen. Die Studierenden sollen aus den verschiedenen Bereichen flexibel die für ihre Interessen und ihre individuelle Karriereplanung vorteilhaften Bausteine auswählen können. Das Endziel, die Vision dabei ist es, dass eine europäische Rechtsverbindlichkeit geschaffen wird, dass die Absolventen ihren Abschluss nicht mehr nur von einer Hochschule, sondern von allen Partneruniversitäten bescheinigt bekommen. Für Rottal-Inn als Standort habe gesprochen, dass hier bisher "ein weißer Fleck in der Hochschullandschaft" gewesen sei. Die Zahl derer, die ein Studium aufnehmen, sei hier geringer als in anderen Regionen. Entsprechend sehe man hier großes Potenzial.

02.04.2015 | PNP-Campus


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