Der Anspruch auf Nachteilsausgleich für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung ist fest im Hochschulrahmengesetz verankert. Ein Nachteilsausgleich soll behinderungsbedingte Benachteiligung oder Diskriminierung verhindern und Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit bei der Aufnahme und Durchführung ihres Studiums unterstützen sowie eine reibungslose Teilhabe am Hochschulleben ermöglichen. 

Nachteilsausgleich zur Verbesserung der Durchschnittsnote

Bei der Vergabe der Studienplätze ist die Durchschnittsnote ein wesentliches Auswahlkriterium. Daher sollen Leistungsbeeinträchtigungen, die einen Bewerber gehindert haben, beim Erwerb der Studienberechtigung (z.B. Fachhochschulreife) eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen, ausgeglichen werden. Werden derartige Umstände und ihre Auswirkungen nachgewiesen, kann unter bestimmten Voraussetzungen der Zulassungsantrag mit einer verbesserten Durchschnittsnote am Vergabeverfahren beteiligt werden.

Verbesserung der Durchschnittsnote

Begründete Anträge

In den folgenden, beispielhaften genannten Fällen kann einem Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote in der Regel stattgegeben werden:

  • Besondere sozial oder gesundheitliche Umstände des Bewerbers
  • Längere krankheitsbedingte Abwesenheit vom Unterricht während der letzten drei Jahre vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (fachärztliches Gutachten)
  • Schwerbehinderung von 50 oder mehr Prozent (Schwerbehindertenausweis oder Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes)
  • Längere schwere Krankheit des Bewerbers, soweit nicht durch die oben genannten Punkte erfasst oder vergleichbare besondere gesundheitliche Umstände (fachärztliches Gutachten)
  • Schwangerschaft der Bewerberin während der letzten drei Jahre vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (fachärztliche Bescheinigung oder Geburtsurkunde des Kindes)
  • Besondere wirtschaftliche Umstände des Bewerbers (zum Nachweis geeignete Unterlagen)
  • Zuzug in die Bundesrepublik Deutschland
  • Besondere familiäre Umstände:
  • Versorgung eigener minderjähriger Kinder, Geschwister oder pflegebedürftiger Angehöriger (in aufsteigender Linie) in den letzten drei Jahren vor Erwerb der Hochschulzugangberechtigung, falls andere Personen zur Betreuung nicht vorhanden waren (Geburtsurkunden des/r Kindes/der Geschwister in Verbindung mit geeigneten Nachweisen, dass andere Personen zur Betruung nicht vorhanden waren - z.B. Bescheinigung des Sozialamtes bzw. Nachweis der Pflegebedürftigkeit)
  • Verlust des Elternteils in den letzten drei Jahren vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung, sofern der Bewerber zu diesem Zeitpunkt ledig war und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte (Sterbeurkunde der Eltern und Erklärung über den damaligen Familienstand).
  • Mehrmaliger Schulwechsel in den letzten drei Jahren vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung wegen Umzugs der Eltern (Abgangszeugnisse des Bewerbers und Meldebescheinigung der Eltern)
  • Zugehörigkeit zum A-, B- oder C-Kader der Bundessportfachverbände von mindestens einjähriger ununterbrochener Dauer während der letzten drei Jahre vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigun (Bescheinigung des zuständigen Bundessportfachverbandes)

Unbegründete Anträge

In folgenden Fällen hat ein Antrag grundsätzlich keinen Erfolg:

  • Mitarbeit während der Schulzeit im elterlichen Haushalt, Geschäft oder Betrieb
  • Krankheit der Eltern
  • Verlust des Elternteils oder eines anderen nahen Verwandten vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung
  • Zerwürfnis oder Scheidung der Eltern
  • Umzug der Eltern vor den letzten drei Jahren vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung

 

Nachteilsausgleich bei Prüfungen

Anspruch auf Nachteilsausgleich
In der Rahmenprüfungsordnung für die Fachhochschulen (RaPO) vom 17. Oktober 2007, zuletzt geändert durch die Verordnung vom 6. August 2010 ist in §5 Absatz 1 Satz 1 nachzulesen:

 

„Studierenden, die wegen einer Behinderung nicht in der Lage sind, eine Prüfung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, wird Nachteilsausgleich gewährt, soweit dies zur Herstellung der Chancengleichheit erforderlich ist.“

Formen des Nachteilsausgleichs
Ein Nachteilsausgleich kann beispielsweise (s.a. §5 Abs. 1 Satz 2 RaPO) beinhalten:

  • Angemessene Verlängerung der Bearbeitungszeit von Prüfungen
  • Abprüfung von schriftlichen Leistungsnachweisen in mündlicher Form
  • Zulassung von zusätzlichen Arbeits- und Hilfsmitteln (z.B. Computer, Bildschirmlesegeräte)
  • Abänderung von Prüfungsaufgaben in angemessener Form

Antrag auf Nachteilsausgleich
Ein Nachteilsausglich ist schriftlich zu beantragen. Der Antrag soll spätestens mit der Anmeldung zur Prüfung gestellt werden. (§5 Abs. 2 RaPO)

Die Behinderung ist durch Vorlage eines ärztlichen Attests glaubhaft zu machen. Gem §5 abs. 3 Satz 2 Halbsatz 1 RaPO legt der Prüfungsausschuss legt, welche Angaben das ärztliche Attest enthalten muss.

Der Antrag muss folgendes enthalten:

  • schriftlicher Antrag an die Sachbearbeiterin im Studienzentrum
  • Bestätigung des unterzeichnenden Arztes, welche die Einschränkung attestiert
  • eventuell: Eintritt und voraussichtliche Dauer der Behinderung

 

 

 

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