Nach den zahlreichen offiziellen Veranstaltungen hatten nunmehr auch die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, das Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau zu besuchen. Über 50 Spiegelauerinnen und Spiegelauer waren der Einladung des TAZ-Fördervereins gefolgt und konnten sich bei Vorträgen und einem Rundgang ein eigenes Bild von der neuen Forschungseinrichtung machen.

Zunächst erläuterte der Leiter Michael Fuchs die Organisationsstruktur und die daraus folgende Einbindung Spiegelaus in die Hochschullandschaft in Ostbayern. Spiegelau ist einer von sechs Standorten der Hochschule Deggendorf, die auch noch in Cham, Teisnach, Freyung, Mariakirchen und bald wohl auch in Grafenau Technologiecampi unterhält. Dass man in Spiegelau von "Anwenderzentrum" spricht, erklärt sich aus der Industrienähe der Forschung im TAZ. Für die "heiße Glastechnologie" sind zuständig: Prof. Dr. Monika Willert-Porada, Prof. Dr. Rolf Rascher und Dipl. Ing. (FH) Michael Fuchs.

Gemeinderat und Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth betonte die Wichtigkeit der Ansiedlung dieses Projekts für Spiegelau. "Durch das TAZ Spiegelau fließen in den nächsten Jahren insgesamt ca. 12 Millionen Euro an Forschungsgeldern und Fremdmitteln in die Gemeinde." Das Entwicklungspotenzial für die Gemeinde, das sich selbstverständlich nicht nur in Geld darstellen lasse, sei daneben nicht hoch genug einzuschätzen. Nunmehr gelte es, aus der großen Chance auch etwas zu machen und gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass das TAZ Spiegelau auch die gewünschten Effekte erzielen könne. "Die Arbeit hört mit der Fertigstellung des Gebäudes nicht auf, sondern fängt gerade erst an", so Roth weiter. Bei der Vorstellung und auch der Führung wurde für alle sehr schnell deutlich, dass es sich beim TAZ nicht um eine herkömmliche Glashütte handelt. Hier geht es um Forschung und Entwicklung ganz spezifischer Glastechnologien, hauptsächlich für optische und technische (z.B. medizintechnische) Zwecke. Als Beispiel wurde die Herstellung von hochpräzisen Glaslinsen vorgestellt, die bereits bei sehr niedrigen Temperaturen verformt werden können. Dabei geht es insbesondere um die Beschaffenheit und Verarbeitungsfähigkeit unterschiedlicher Glassorten und deren Verarbeitungstechnologie. Eine besondere Rolle spielen dabei die modernen messtechnischen Möglichkeiten, die bis in den Nano-Bereich gehen. Eine Forschungswanne ist bereits in Betrieb, zwei weitere kommen noch dazu. Außer Forschung und Entwicklung soll auch Fort- und Weiterbildung in Form von Seminaren stattfinden. Auch an Studienplätze ist mittelfristig gedacht.

Bisher sind im TAZ sechs Mitarbeiter in Vollzeit, zwei Mitarbeiter in Teilzeit und zwei Praktikanten tätig. Fünf Arbeitsplätze entstanden durch das TAZ allein bei der Firma Füller, die ein enger Kooperationspartner ist. Weitere Firmen sollen − ähnlich wie in Teisnach − noch als Partner gewonnen werden. Dabei hofft man natürlich auch auf direkte Ansiedlungen. Was die Forschung angeht, ist das TAZ bereits jetzt in Deutschland und auch international bestens vernetzt.

Nach der Veranstaltung war allen Teilnehmern klar, dass die Gemeinde Spiegelau nach dem Zusammenbruch der Kelchglasindustrie mit dem Technologieanwenderzentrum mittel- und langfristig eine neue Chance für eine positive Entwicklung erhalten hat, die das Thema Glas in Spiegelau weiterleben lässt.

Quelle: PNP Grafenauer Anzeiger/ hb


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