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Technologie Campus Cham wirbt um Tschechen — Duales Studium als Königsweg

Der Landkreis Cham ist attraktiv, er hat eine florierende Wirtschaft, schöne, unberührte Landschaften, nette Menschen - kurzum beste Aussichten. Das hat der Imagefilm des Landkreises den Zuschauern im Manfred-Zollner-Hörsaal vermittelt. Bis auf den letzten Platz ist der Raum mit jungen Menschen gefüllt. Die Zielgruppe fur Wirtschaftsförderer Klaus Schedlbauer und Prof. Dr. Peter Firsching.

 

Die beiden wollen den Chamer Campus mit Leben füllen. Studenten müssen her. Die 70 jungen Leute aus Domazlice kommen ihnen da gerade recht. Sie stammen vom Gymnasium und der Berufsschule und sind samt Lehrern und Bürgermeister Miroslav Mach gekommen, um sich über die Vorzüge eines Studiums in Cham zu informieren.

32 Firmen machen 700 Millionen Euro Umsatz

Firsching und Schedlbauer geben sich alle Mühe. Schedlbauer, selbst Mechatroniker, bevor er in die Unternehmensberatung eingestiegen ist, wirbt mit der Vielfalt der Firmen im Mechatroniknetzwerk. Die 32 Unternehmen des Clusters bieten ihren 10.000 Kunden rund 500 Produkte an. Sie beschäftigen 12.000 Arbeitnehmer an Standorten weltweit und erwirtschaften rund 700 Millionen Euro Umsatz. Das sind die Zahlen der Firmen, die im Mechatroniknetzwerk mitmachen, nebst den drei Hochschulen aus Deggendorf, Regensburg und Amberg-Weiden. Das Problem: Der Wirtschaft fehlt der Nachwuchs.

Schedlbauer will für den Landkreis um Fachkrafte werben, Firsching Studenten für den Technologie-Campus. Die größte Herausforderung mit den Tschechen stellt dabei die Sprache dar. Das wird schon bei der Einführung der Vorträge klar. Ohne Vilem Dostal läuft nichts. Er übersetzt für die Redner und vermittelt. Dabei ist er selbst vom Fach, der Ingenieur unterrichtet in Deggendorf.

Besondere Aufmerksamkeit erzeugt Firsching mit den Lehrstücken, die er mitgebracht hat. Meist handelt es sich um Bachelor- oder Masterarbeiten von Studenten. Ein Totenschädel aus Kunstoff ist dabei, ein Sternmotor eines Fliegers, ein beweglicher Kunststoffwürfel biegsam wie ein Badeschwamm. Vieles lässt er durch die Reihen reichen. Die Besucher sind fasziniert, was alles möglich ist in Sachen Lasersintern, einem 3D-Druck-Verfahren, das räumliche Strukturen durch Sintern aus einem pulverförmigen Kunststoff herstellt.

„Wir betreiben hier anwendungsnahe Forschung, sind für den Technologietransfer zuständig, fördern den Nachwuchs und bieten eben ein Mechatronikstudium an, stellt Firsching den Chamer Technologie Campus vor. Besonders letzteres sollte sich die jungen Schüler aus Tschechien überlegen. „Kommen Sie zu uns zum Studieren", wirbt Firsching.

Vor allem ein duales Studium legt er den Tschechen ans Herz. „Sie können berufsbegleitend einen Bachelor-Abschluss erwerben und verdienen vom ersten Tag an ihre eigenes Geld." Die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern schon in der Ausbildung lobt er als Königsweg. Den dualen Weg zum Abschluss kennen die Tschechen indes überhaupt nicht. Noch nicht. „Wir führen bereits Gespräche mit der Hochschule in Pilsen, die würden das gerne übernehmen", freut sich Schedlbauer.

„Von Domazlice bis nach Cham ist es nicht weit"

Um den Studenten die Angst vor der Sprachbarriere zu nehmen, hat die Hochschule Deggendorf Dr. Elise von Randow eingeladen. Die Leiterin vom „Institute for International and Academic Affairs" informierte über die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium. Sie hat Erfahrung mit Studenten aus 60 Ländern, darunter eine große Gruppe aus Malaysia und aus Brasilien. „Wir helfen Ihnen mit speziellen Sprachkursen und angepassten Angeboten", wirbt sie. Und wünscht sich dann sehnlichst „mehr Studenten aus der Nähe". Sie rät zu einer persönlichen Beratung und fügt an: In Deggendorf ist des Leben sehr günstig, Sie könnten sogar pendeln." Da schluckt Schedlbauer und blick alarmiert in die Runde. Doch er hat Verbündete. Vilem Dostal übersetzt: „Von Domazlice bis nach Cham ist es nicht weit."

 


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