Der Verein „Region Zukunft“hat sich beim Technologie Campus Freyung über den aktuellen Stand des „E-Wald-Projekts“ der Hochschule Deggendorf informiert.

Das „E“ steht dabei für Elektromobilität, der „Wald“ für den „Bayerischen Wald“. Denn im E-Wald-Projekt soll untersucht werden, wie Elektroautos - die ihre Tauglichkeit in Städten bereits bewiesen haben - sich in einem ländlichen Raum wie dem Bayerischen Wald einsetzen lassen und welche Strukturen dafür geschaffen werden müssen.


Dass das Elektroauto indes seinen Siegeszug antreten wird, steht für Campusleiter Prof. Dr. Dipl. Ing. (FH) Wolfgang Dorner außer Frage: „Strom wird in Zukunft günstiger zu bekommen sein als Treibstoff.“ Außerdem werde man Elektroautos als Serienprodukte auch zu erschwinglichen Preisen kaufen können, so Dorner. Das Elektroauto werde deswegen gerade, zum Beispiel in Form eines Zweitwagens, für den ländlichen Raum attraktiv, weil man hier auch auf ein Auto angewiesen sei, betonte Dorner. In den Städten stünden einem ja schließlich mehr öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung.


Umso wichtiger sei deshalb das Projekt E-Wald. Das solle nämlich zeigen, was getan werden muss, damit ein Elektroauto eine echte Alternative wird. Unter anderem gehe es darum, den Mobilitätsbedarf zu ermitteln, führte Dorner an. „Wie oft kommt es denn überhaupt vor, dass ich mehr als 60, 80 oder 100 Kilometer fahre?“ Eine wichtige Frage sei in diesem Zusammenhang ebenso der Verbrauch, denn bei zunehmender Kälte sinke die Akkukapazität zum Beispiel.


Unabdingbar sei deshalb auch eine Standortanalyse der Ladestationen. „Was ist ein geeigneter Standort für eine Ladestation?“, fragte Dorner in die Runde. Etwa einfach an die Tankstellen gehen und Zapfsäulen durch Ladestationen ersetzen? Und natürlich mache es wenig Sinn, sein Auto anstatt mit Benzin mit Atomstrom oder Strom aus konventionellen Kraftwerken zu tanken. Zumindest mit dem zuletzt genannten Fall stoße das Kraftwerk fast die gleiche Menge an CO² aus, die durch das Benutzen eines Elektroautos vermieden werden solle. Die Fahrzeuge der E-Wald-Flotte würden daher ausnahmslos Strom aus regenerativen Energiequellen beziehen.
Erwin Bumberger von „Region Zukunft“ begrüßte, stellvertretend für die anderen Mitglieder, die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Technologie Campus Freyung. So folgte im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dorner auch noch eine rege Diskussion über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Verein. Prof. Dorner führte die Vereinsmitglieder anschließend durch den Campus.


Im April soll das E-Wald-Projekt übrigens offiziell starten. Die Versorgungs- und Demonstrationsregion erstreckt sich auf über 7000 km² und umfasst die Landkreise Cham, Straubing-Bogen, Regen, Deggendorf, Freyung-Grafenau und Passau. Wer mehr zum Thema E-Wald wissen möchte, wird fündig unter www.e-wald.eu oder www.technologiecampus-freyung.de.

NACHGEFRAGT

Werden Brennstoffzellen die Zukunftstechnologie sein?
Prof. Dorner: Da warten wir eigentlich auf die nächste Sprunginnovation. Das kann sowohl die Brennstoffzelle als auch die Batterie oder der Wasserstoffverbrennungsmotor sein. Das lässt sich derzeit schwer voraussagen.
Welche aktuellen Themen können die „Region Zukunft“ und „E-Wald“ gemeinsam angehen?


Prof. Dorner: Ein großes Thema sind neue Mobilitätskonzepte. Eine Möglichkeit bietet in diesem Zusammenhang sicherlich das „CarSharing“. In Plattling lassen Mitarbeiter ihre Firmenwagen beispielsweise oft bis zu einer Woche stehen und fahren mit dem Zug weiter. Mit welchem Auto sie aber dann auf dem Rückweg wieder heimfahren, ist egal, solange eins am Bahnhof zur Verfügung steht.
Wie viele Autos befinden sich derzeit im Fuhrpark?


Prof. Dorner: Aktuell stehen zwölf Elektroautos zur Verfügung. Zwei dieser Autos werden allerdings demnächst zurückgegeben, weil sie die versprochenen Reichweiten nicht schaffen.
Welche Anregungen gibt es für eine längerfristige Planung?


Prof. Dorner: Erstens, Städte und Gemeinden werden heute um das Auto herum geplant. Was bedeutet das also für die Stadtentwicklung? Wie plant man rund um Elektroautos? Zweitens, welche Park- und Lade-Infrastruktur und welche Netz-Iinfrastruktur sind in der Fläche notwendig? Und drittens, welche Geschäftsmodelle entstehen und bieten Ansatzpunkte für die Wirtschaftsförderung?

Quelle: Passauer Neue Presse

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