W-Seminar „Robotik“ erkundet Lern- und Modellfabrik am Technologie Campus Freyung.

Schülerinnen und Schüler an das wissenschaftsorientierte Arbeiten an Hochschulen heranzuführen ist der Sinn der wissenschaftspropädeutischen Seminare, die jede Schülerin und jeder Schüler in Bayern in einem Fach seiner Wahl in der gymnasialen Oberstufe absolvieren muss.


Robotik, die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Entwicklung von Robotern beschäftigt, ist das Thema des W-Seminars, das eine Gruppe von Gymnasiasten am Waldkirchner Johannes-Gutenberg-Gymnasium derzeit belegt. Die Gruppe ist damit beschäftigt, unter Zuhilfenahme eines Bausatzes einem solchen technischen Wunderding „Leben“ einzuhauchen, was durchaus gar nicht so einfach ist.

Da ist zunächst einmal das „Skelett“ mit allerlei Gelenken und quasi als „Nervenbahnen“ mit Leitungen zu verbinden und mit Lötstellen zu versehen. Auch eine komplizierte elektronische Schaltung ist „als Gehirn“ von Nöten, denn fortbewegen wie eine Raupe, auch selbständig Hindernisse erkennen und diesen ausweichen, Kurven gehen etwa und noch einiges mehr soll der fertige Roboter gemäß der Idee seiner „Erschaffer“ schließlich können. Da lag es natürlich auf der Hand, sich mit dem Technologie Campus Freyung der Hochschule Deggendorf kurzzuschließen, der etwas versteckt in einem Gebäude der Wolfsteiner Werkstätten seine Lern- und Modellfabrik betreibt.

Dort hat der erfahrene Elektrotechniker Karl Stockinger „alles im Griff“, das Layout von Schaltkreisen etwa, modernste hochkomplizierte elektronische Geräte oder jede Menge Feinmechaniker-Werkzeuge und vor allem das nötige Know-How, also Antworten auf nahezu alle sich ergebenden Fragestellungen. Und das nutzen die Waldkirchner Schüler zusammen mit ihrem Seminarleiter Studiendirektor Peter Bürger gerne. Eifrig löteten und bastelten sie, studierten Schaltpläne, versuchten und stellen Fragen. Auch Schulleiterin Josefa Stamm konnte sich von dem interessierten Treiben überzeugen.

„Die Industrie bewertet die Ausbildung der Studenten oft als nicht so optimal. Deshalb wird versucht, das Niveau auf die Erfordernisse der Industrie anzuheben und das machen wir in der Lern- und Modellfabrik des Industrie Campus Freyung“, erklärt Karl Stockinger. Hauptsächlich entwickeln dort Studenten im Rahmen ihrer Bachelor- und Masterarbeiten elektronische Schaltungen im Bereich Embedded Systems (Eingebettete Systeme), doch auch Gymnasien und andere Schulen sind im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten in der Lern- und Denkfabrik willkommen, denn „das sind unsere künftigen Kunden“, weiß Karl Stockinger. Aber auch die Industrie bekundet längst ein gesteigertes Interesse daran, auch auf diese Weise ihren technischen Nachwuchs zu akquirieren.

„Bei der Lern- und Modellfabrik steht der Systemgedanke im Vordergrund. Von der Entwicklung, dem Layout, der Bestückung, dem Prüfen bis zur Verpackung- und Versandlogistik ist alles in einer Hand. Studenten lernen die praktische Umsetzung ihrer Entwicklungsideen“, erklärt der entsprechende Flyer des Technologie Campus. Dieses einmalige Konzept von Lehre, Ausbildung und Kooperation mit der Industrie schon im gymnasialen Bereich nutzen zu können, entspricht auch ganz der Zielsetzung des W-Seminars.

Quelle: Passauer Neue Presse, 19. Oktober 2012
Autor: Otto Draxinger

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