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Gemeinde und Bürger erstellen mit dem Technologie Campus Freyung ein Energiekonzept

„Wie soll die Gemeinde energetisch in Zukunft aussehen?“ Das ist die große Frage, sagte Professor Dr. Wolfgang Dorner von der Technischen Hochschule Deggendorf. Beantworten könnten sie nur die Bürger. Die Auftaktveranstaltung zur Erstellung eines Energienutzungskonzeptes für Aufhausen besuchten am Donnerstagabend in der Stiftsgaststätte 30 Zuhörer.

 

Fast drei Stunden lang folgten sie aufmerksam und interessiert den Ausführungen der Referenten, vor allem des Diplom-Ingenieurs Josef Pauli vom Technologie Campus Freyung, der ganz konkrete Beispiele für Energie- und somit Kostenersparnis durch bewusstes Handeln gab. Die Zuhörer sollen nun in der Bevölkerung Werbung zur Mitarbeit in den nachfolgenden Energiewerkstätten machen.

Ein paar Zuhörer mehr hätte sich Bürgermeister Johann Jurgovsky wohl doch gewünscht. Er nahm die Begrüßung vor und hieß die Referenten Professor Dr. Wolfgang Dorner von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD), Raphaela Pagany, Josef Pauli und Florian Diepold vom Technologie Campus (TC) Freyung sowie Elisabeth Sternemann vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) willkommen. „Wie versorgen wir uns in Zukunft mit bezahlbarer Energie?“, fragte Jurgovsky. Gemeinsam mit den Bürgern wolle sich die Gemeinde darüber Gedanken machen.

Begleitet und betreut werde der Prozess, an dessen Ende in etwa einem dreiviertel Jahr ein Energiekonzept mit konkreten Maßnahmen vorliegen soll, vom Technologiecampus Freyung, der zur THD gehört. Die Wissenschaftler haben unter anderem für den Landkreis Regen ein Energiekonzept erstellt. Ein wichtiges Thema sei auch das Einsparen von Energie. Hier sah Jurgovsky auch für die kommunalen und kirchlichen Gebäude viele Ansatzpunkte.

Im sogenannten „Dreisprung“ – Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien – wolle man zur Umsetzung der Energiewende beitragen, sagte Professor Dorner. Am Beispiel der Ölpreisentwicklung zeigte er die Brisanz dieses Themas für die Zukunft auf. Die Staatsregierung habe mit dem „Dreisprung“-Verfahren eine politische Vorgabe gemacht, deren Umsetzung vor Ort jedoch in der Entscheidung der Kommunen und ihrer Bürger liege. Die Vorarbeiten und das Wissen dazu liefere der TC Freyung mit einem Team von 40 Mitarbeitern.

Jeder kann mitmachen

Die Technologien seien vorhanden. Es sei aber auch der Wille notwendig, diese einzusetzen, betonte Dorner. Die Bürger sollten sich überlegen, was sie zulassen wollen, was sinnvoll für die Gemeinde ist. „Das Energiekonzept dient dazu, Leitlinien und Visionen zu entwickeln. Hier ist die Meinung der Bürger gefragt“, machte Professor Dorner deutlich. Das Verfahren zur Entwicklung dieses Energiekonzeptes zeigte Florian Diepold auf. „Als Ergebnis sollen konkrete Maßnahmen stehen, die sinnvoll umsetzbar sind und eine realistische Strategie für die Zukunft beinhalten.“ Derzeit laufe die Datensammlung zur Analyse des Ist-Zustandes. Diese Analyse werde in sechs bis acht Wochen bei der ersten Energiewerkstatt vorgestellt. Eine große Bedeutung komme dabei der Bürgerbeteiligung zu. Denn bei der Energiewerkstatt sollen die Bürger in Themengruppen die Visionen für die Gemeinde entwickeln. Beraten und betreut werden sie dabei von verschiedenen Experten. Diepold appellierte an die Zuhörer, im Bekanntenkreis Werbung für diese Bürgerbeteiligung zu machen. „Jeder kann mitmachen“, sagte Diepold.

Aufhausen wurde neben Brennberg als einzige Gemeinde im Landkreis in ein Programm aufgenommen, das die Erstellung eines Energiekonzeptes zu 75 Prozent fördere, sagte Elisabeth Sternemann vom ALE Oberpfalz. Das Amt begleite den Prozess. Um zu verhindern, dass das Energiekonzept „ein Papier für die Schublade“ wird, gibt es für die Umsetzung – auch für Private – verschiedene Fördermöglichkeiten.

Beispiele zum Energiesparen

Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte Josef Pauli mit sehr konkreten Beispielen auf, wie man durch bewusstes Handeln Energie und damit bares Geld sparen könne. Durch eine bedarfsgerechte und individuelle Anpassung seien bei der Heizung Einsparungen ohne große Investitionen möglich. Je nach technischer Begabung könne man diese selbst vornehmen oder durch Fachfirmen vornehmen lassen. Aber allein schon durch das Herablassen der Rollos über Nacht werde die Wärme länger im Raum gehalten. Weiter ging er auf Einsparmöglichkeiten beim Stromverbrauch ein. Bei Haushalts- und Unterhaltungsgeräten solle man zum Beispiel auf den Stand-by-Modus verzichten. Man solle darauf achten, dass Geräte wie Kühlschrank oder Gefriertruhe richtig aufgestellt werden. Auch LED-Beleuchtung bringe mitunter auf längere Sicht eine Kosteneinsparung, erläuterte Pauli. Mit vielen kleinen Maßnahmen könne man so insgesamt bis zu 500 Euro jährlich sparen.

Quelle: Allgemeine Laber-Zeitung vom 01.02.2014

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