ku bionik 1 bildAuf Katzenpfoten durch die Straßen

Was Katzenpfoten mit Autoreifen zu tun haben oder wer der Erfinder des Klettverschlusses war, konnten letzten Freitag die jungen Forscherinnen und Forscher der Kinderuni erfahren. Im brechend vollen
Hörsaal des neuen I-Gebäudes der Technischen Hochschule Deggendorf entführte Kirsten Wommer vom Technologiecampus Freyung ihre Zuhörerschar in die Welt der Bionik.

Den Begriff Bionik, zusammengesetzt aus Biologie und Technik, gibt es seit den 1960er Jahren. Er bezeichnet ein Forschungsgebiet, in dem Phänomene der Natur abgeschaut und in technische Lösungen übertragen werden. Dies können zum Beispiel die Form oder die Farbe von Pflanzenteilen mit besonderer Funktion sein, etwa das Blatt der Lotusblume, das eine selbstreinigende Oberfläche aufweist. Diese Oberflächenstruktur macht man sich bereits bei Fassadenfarben zu nutze. Auch komplexe Prozesse in der Natur, wie das menschliche Laufen oder das Fliegen der Vögel, sind ideale Vorbilder für technische Entwicklungen, so werden die Flügelformen und –stellungen bei Vögeln im Flugzeugbau kopiert. Und noch eine Dimension weitergedacht, können wir auch von ganzen Ökosystemen lernen, deren Zusammenwirken verstehen und für uns nützlich machen.

Begeistert rätselten die Kinderuni-Teilnehmer beim Bionik-Quiz mit. In Gruppen sollten die jungen Forscher die natürlichen Vorbilder ihren technischen Verwendungen zuordnen. Was bei der Samenkapsel der Mohnblume und dem Salzstreuer noch einfach war, wurde dann doch recht schwierig, als am Ende bei fast allen ein Autoreifen und die Katzenpfoten übrig blieben. Was könnten diese beiden Begriffe miteinander zu tun haben? Kirsten Wommer lüftete das Geheimnis wie folgt: Wenn Katzen ganz plötzlich aus vollem Lauf abbremsen, dann schmiegen sich deren Fußsohlenpolster fest an den Untergrund und vergrößern damit die Auflagefläche der Pfote beträchtlich. Dies erhöht die Bremsleistung. Genau diesen Effekt nutzen Ingenieure bei der Entwicklung von Autoreifen mit kürzerem Bremsweg aus.

Auf ebenso viele neugierige Zuhörer freut sich das Kinderuni-Team der THD auch bei ihrer nächsten Kinderuni am 11. Dezember um 17:00 Uhr im Hörsaal I 107. Dann heißt es: „Was machen eigentlich Klinikclowns?“. Gestaltet wird die Kinderuni von Prof. Dr. Michael Bossle, selbst als Klinikclown tätig, und von Mira Neumeier vom Wandertheater Mira aus Landau an der Isar. Eingeladen sind alle Wissbegierigen zwischen 8 und 13 Jahren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer mag, kann sich vor Ort für einen Studentenausweis eintragen und dann bei jedem Kinderuni-Besuch einen Aufkleber sammeln, um später ein Kinderuni-Diplom zu erhalten. Begleitpersonen dürfen der Vorlesung in den hinteren Reihen beiwohnen, sofern noch Platz im Hörsaal ist.

Bild: Kirsten Wommer (links im Bild) dirigiert die Kinder-Studierenden im prall gefüllt Hörsaal des neuen I-Gebäudes für das Bionik-Quiz.

THD Hochschulpresse - 01.12.2015


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