freyoung 18.03.16Vorschläge für die Zukunft der Heimatstadt wurden im Projekt „FreYoung“ erarbeitet und nun vorgestellt

Freyung. Es war eine Wahnsinns-Arbeit, die sich an die 100 Schüler von vier Freyunger Schulen im vergangenen halben Jahr gemacht haben. Wie sie sich ihre Heimatstadt in der Zukunft wünschen − das haben sie nicht einfach nur zusammengetragen, sondern im Rahmen des Projekts „FreYoung“ an fünf ganz konkreten Beispielen gleich bis ins Detail geplant, Zeitpläne erarbeitet und sogar überdimensionale Modelle von einem Freizeitgelände am Geyersberg und in der Au gebaut. Und das hätte wohl auch ein Profi-Landschaftsplaner kaum besser hinbekommen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden nun im Stadtrat vorgestellt und ernteten entsprechend große Begeisterung.

 

Wie berichtet hat sich Freyung unter Federführung von Konversionsmanager Raimund Pauli und dem Projektpartner Technologie Campus mit Prof. Roland Zink beim deutschlandweiten Wettbewerb „Zukunftsstadt“ beworben und hier bereits die ersten Hürden genommen − als eine von vier Städten in Bayern steht Freyung bei dem Wettbewerb vor der nächsten Runde. Geht es weiter, winken 200 000 Euro vom Bildungsministerium, die dann auch für die Umsetzung der Schülerideen verwendet werden könnten.


Dem Stadtrat stellten die Schüler aus fünf Gruppen von der Mittelschule, Realschule, des Gymnasiums und des Beruflichen Fortbildungszentrums (BFZ) nun ihre Ideen vor. Genauer untersucht hatten sie dabei den Busbahnhof, die Situation im Öffentlichen Nahverkehr im Allgemeinen, den öffentlichen Raum in der Stadt, die Situation am Geyersberg und ein Veranstaltungskonzept für die Stadt.


Dass die Anregungen der Schüler durchaus eine Chance auf Verwirklichung haben werden, das war aus den Reaktionen der Stadträte schon jetzt herauszuhören. Auch wenn bei dieser Sitzung noch keine Entscheidung zu treffen war, so werde man eine Bewerbung für den Start in die zweite Bewerbungsrunde beim Wettbewerb „Zukunftsstadt“ in jedem Fall unterstützen, versicherte Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich schon mal. Er lobte die „Kreativität und die Verbundenheit zur Heimat“ der Schüler. Noch stehen die Richtlinien für die nächste Runde des Wettbewerbs nicht fest, aber sobald diese da seien, werde man einen Schwerpunkt aus den Schülervorschlägen auswählen und die Bewerbung abgeben. Zu den inmitten des Gremiums aufgestellten Modellen, die die Schüler gebaut hatten, meinte Heinrich: „So etwas haben wir in dieser Form noch nie gehabt.“ Beeindruckt zeigte er sich auch, dass sich für das Projekt gleich zu Beginn über 1000 Schüler interessiert hatten und rund 100 sich damit über Wochen hinweg intensiv beschäftigten.


Was die Vorschläge der Schüler angeht, so ging das Projekt Busbahnhof mit dem ohnehin bereits beschlossenen Neubau in der Bahnhofstraße durchaus Hand in Hand; und zwar nicht nur was die Analyse der aktuellen maroden Einrichtung betrifft, sondern auch was die Wünsche an den Neubau bzw. Ausstattung angeht − insofern also auch ein guter Gradmesser für die von Stadtrat bereits in Auftrag gegebene Neugestaltung, die ja bereits im Sommer beginnen soll.


Ähnliches gilt für die Situation des ÖPNV, mit der sich die Schüler ebenfalls beschäftigten: Modernisierung der Haltestellen, überfüllte Schulbusse, fehlende Pünktlichkeit haben die Schüler nicht nur festgestellt, sondern dazu wie bei allen Themen auch Lösungsvorschläge, Ansprechpartner und Zeitpläne präsentiert.


Was den öffentlichen Raum angeht, so gab es vor allem für den Auenpark, den die Schüler einfach zu langweilig fanden, einige Vorschläge. Also wie wär‘s hier mit Spielgeräten für Kinder, mit einem Spielfeld für Fußball oder Volleyball, mit Kunstwerken, schöneren Sitzgelegenheiten, einer Langlaufloipe im Winter oder Getränkeautomaten? Die Vorschläge der Schüler von der Realschule und dem bfz zu diesem Thema kamen an.


Der Geyersberg bräuchte in den Augen der Schüler nicht nur u.a. schönere Fassaden beim Ferienpark und eine bessere Verkehrsanbindung, sondern auch ein optimiertes Marketing, schönere Straßen und den Ausbau zu einem Freizeitschwerpunkt mit Vorschlägen wie Snowlooping, Flying Fox, Glühwein, Grillen, Lagerfeuer und Biergarten.


Und dann war da noch das Veranstaltungskonzept, mit dem sich im Projektteam die Realschule, das Gymnasium und das bfz gemeinsam beschäftigt hatten: Hier wurde ein Jugend-Open-Air vorgeschlagen und schon ganz konkret geplant: für Sommer 2017, mit Beteiligung behinderter Menschen, Bands aus der Region und einem DJ im Zelt. Sogar Logos für so eine Veranstaltung hatten die Schüler bereits entworfen.


Die Präsentation bildete damit den Abschluss dieser Phase im Wettbewerb, wo mit Jugendlichen der öffentlicher Stadtraum der Zukunft gestaltet werden sollte. Gekostet hat der Aufwand die Stadt Freyung erstmal nichts, denn das Projekt wurde von Juli 2015 bis März 2016 mit einer Förderquote von 100 Prozent vom Bundesbildungsministerium unterstützt.


Die Schüler hatten in Impulsveranstaltungen an jeder beteiligten Bildungseinrichtungen in den Jahrgängen 7 bis 10/11 zunächst Stärken und Schwächen bestimmt, die Hauptthemen festgelegt, und sich im konstituierenden Treffen kennengelernt. Um alle einzubinden, startete man u.a. auch eine Online-Umfrage.


Den aufwändigen Modellbau nahmen acht Schülerinnen und Schüler des bfz und fünf des Gymnasiums Freyung in Angriff. Zwei der geplanten Projekte wollte man maßstabsgetreu nachbauen, um so an einem größeren Modell (ca. 1,5 m auf 1,5 m) vom Geyersberg und der Au die Höhenstrukturen, Straßenverläufe und Gebäude besser sehen zu können. Dieser „3-D-Modellbau“ am Gymnasium Freyung war von Franz Häuslmeier vorbereitet worden.


Sie haben die Projekte im Stadtrat vorgestellt: Gruppe Busbahnhof: Jonas Hechinger, Klasse 9 von der Realschule. Gruppe ÖPNV: Christian Feuchtenböck vom bfz. Gruppe Auenpark: Johannes Simmet vom bfz. Gruppe Geyersberg: Florian Terhart und Alexander Hofmann von der Klasse 10 des Gymnasiums. Gruppe Veranstaltungen: Alina Rippl und Selina Gabauer von der Klasse 10 des Gymnasiums.

ZUKUNFTSSTADT
Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ soll zeigen, wie Bürger und Forschung dazu beitragen können, Städte lebenswert zu gestalten. 1,75 Millionen Euro stellt das Bundesbildungsministerium dafür insgesamt bereit.


Die erste Phase ist vorbei, für die zweite Phase werden dann 25 Vorschläge von einer Jury ausgewählt und mit 200 000 Euro bezuschusst. Wann das sein wird, ist noch nicht bekannt. In der dritten Phase ab 2018 werden schließlich bis zu acht Kommunen ihre Ideen in sogenannten „Reallaboren“ in die Praxis umsetzen. Die Höhe der Bezuschussung ist hier noch offen.

PNP, 18.03.2016 | Doris Löw

 


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