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Unternehmen geben Geld, damit als erster Schritt ein Kompetenz- und Forschungsnetzwerk gegründet werden kann.

Im Zuge der Glaskrise hatte die große Politik angekündigt, in Spiegelau eine Glas-Hochschule und in Grafenau eine Logistik-Hochschule ansiedeln zu wollen − beides als Außenstellender Hochschule Deggendorf. In Spiegelau rollen jetzt die Bagger. Und in Grafenau haben Unternehmer der Region, der Landkreis und die Hochschule Deggendorf die Sache jetzt selbst in die Hand genommen.

„Logistik-Kompetenz und Forschungsnetzwerk“ heißt das Kind, das gegründet werden soll. Das Ganze soll quasi Geburtshelfer der Logistik-Hochschule sein, die momentan stockt, weil die Fördertöpfe leer sind. Unternehmer aus der Region unterzeichneten am Donnerstag am Rande einer Infoveranstaltung in Grafenau Absichtserklärungen, diese finanziell zu unterstützen. Eingeladen hatte die Stadt Grafenau, der Landkreis und die Hochschule Deggendorf. „Wir fangen quasi unten an “, sagte Landrat Ludwig Lankl. „Wir wollen damit der großen Politik zeigen, dass wir selbst anpackenwollen“.

Betreut werden soll das Ganze von Professorin Dr. Diane Ahrens, einer Logistikexpertin. Diese betonte in ihrem Vortrag, dass die Logistik eine Boom Branche sei (der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland mit Milliarden Umsätzen). Sie sprachbeider Infoveranstaltung, zu der Unternehmer aus dem ganzen Landkreis gekommen waren, aber auch davon, dass die Lage in Grafenau schwieriger sei als jene vor der Hochschul-Ansiedlung in Freyung. „Momentan sind die Fördertöpfe leer.“Sie habe lange überlegt, ob man diesen Weg, den man jetzt einschreite, gehen solle. „Aber wir haben eine Vision. In drei Jahren soll derTechnologiecampus stehen“. Der nächste Schritt sei, Förderanträge über das Programm „ZIM-Nemo“ zu stellen und einen Geschäftsführer samt Sekretärin einzustellen. Ende diesen Jahres, Anfang nächsten Jahres, könne es dann mit der Forschung losgehen. Im ersten Jahr müssten die Unterstützer des Netzwerkes 2500 Euro sozusagen als Co-Finanzierung einbringen, die benötige Gesamtsumme würde in den zwei darauf folgenden Jahren zwar wachsen, aber die durch die höhere Anzahl der Unterstützer würde die finanzielle Belastung für den einzelnen wieder sinken.

Arens ermunterte die anwesenden Unternehmer zum Dialog. Das Ganze sei eine „WinWin-Situation“ für beide Seiten. Die Firmen könnten von der Forschung profitieren, die Hochschule davon, dass die Unternehmer sagen, wo sie in der Praxis der Schuhdrücke.

Auch der Präsident der Hochschule Deggendorf, Professor Dr. Reinhard Höpfl, sprach von einem wichtigen Zeichen in Richtung große Politik. Durch die Bildung des Netzwerkes würden Landkreis, Unternehmer und Hochschule zeigen, dass man etwas anschieben wolle. „Und wir sind dann auch bestens bereit für die Stunde X, für die Gründungder Logistik-Hochschule“, so Höpfl weiter.

„Wenn alles klappt, hat der Landkreis FRG dann drei Hochschule Außenstellen“. Das sei einmalig, so Höpfl. Darüber sei er sich bewusst, betonte Lankl. Der aber auch verdeutlichte, dass der gesamte Landkreis parteiübergreifend hinter dem Projekt stehe − und dementsprechend Gelder bereitstelle. Lankl vergaß in diesem Zusammenhang aber auch nicht, zwei Namen zu nennen, die das Projekt unermüdlich vorangetrieben hätten: Arthur Winkler von SCS und Ralph Heinrich, der Landkreis-Wirtschaftsreferent.

Grafenaus zweiter Bürgermeister Max Niedermeier zeigte sich erfreut, dass in die Sache Logistik-Hochschule jetzt Bewegung komme. Und er sagte zu, dass die Stadt Grafenau bei der Suche nach Räumlichkeiten behilflich sein werde. Und auch der Leiter des Technologiecampus Freyung, Professor Dorner, sagte nur all erdenkliche Hilfe zu. An vielen Beispielen machte er deutlich, welche Vorteile die Ansiedlung einer Hochschul-Außenstelle für eine Region haben kann. So sei es bei der Ausbildung und Bereitstellung von qualifizierten Arbeitskräften sowie bei der Beschaffung von Fördermitteln.

Sie sind dabei

Unterschrieben haben:

  • Fürst Autoteile e.K. in Perlesreut
  • PARAT GmbH + Co.KG in Neureichenau
  • Knauf AMF GmbH & Co. KG in Grafenau
  • SCS Supply Chain Services AG inSchönberg
  • Sparkasse FRG in Freyung

Mündlich zugesagt:

  • Knaus Tabbert GmbH in Jandelsbrunn
  • elsenthal Transport Logistik GmbH in Grafenau
  • Max Fuchs AG in Freyung

Wer noch mitmachen will, soll sichbei Ralph Heinrich melden:

08551 57120

Quelle: PNP - Grafenauer Anzeiger
Autor: Andreas Nigl
Foto: Andreas Nigl


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