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Viertes Netzwerktreffen des Technologie Campus Grafenau.

Beim vierten Netzwerktreffen im Technologie Campus Grafenau/Neudorf am Mittwochabend blickten die Teilnehmer auf eine sehr zufriedene und gelöste TC-Leiterin. Prof. Dr. Diane Ahrens sieht nach der Zusage von Ministerpräsident Horst Seehofer vom Sonntag, die Logistik-FH zur Chefsache zu machen (PNP berichtete), einen Silberstreif am Horizont für ihren seit Juni 2012 im Probebetrieb laufenden Campus.

Mit diesem Optimismus ging es ans Thema des Abends: "Der Einsatz von Studenten in Ihrem Unternehmen". Dieser Schwerpunkt war gewählt worden, weil bei der Sicherung des Führungsnachwuchses Mittelständler oder Firmen in infrastrukturschwachen Regionen oft das Nachsehen gegenüber namhaften Konzernen in schillernden Metropolen haben. Um junge talentierte Absolventen zu gewinnen, ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme und Integration nötig.

Über die Kooperation von Hochschule Deggendorf (HDU) und Wirtschaft sprach zunächst Martina Heim, Referatsleiterin Career Service bei der HDU. Sie hat festgestellt, dass Unternehmen manchmal eine gewisse Scheu hätten, sich an die Hochschule zu wenden, weil es schwierig sei, deren Struktur zu durchschauen. Deshalb verstehe sich der Career Service als Schnittstelle zwischen der Arbeitswelt und der Hochschule. Der "Karrieredienst" wolle den Studierenden den Übergang ins Berufsleben erleichtern und Unternehmen einen kostengünstigen und effizienten Weg bieten, um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden − vom Praktikanten bis zum Akademiker mit Berufserfahrung. "Das effiziente Rekrutieren von Nachwuchs verlangt die mittel- oder langfristige Planung. Denn die Hochschule tickt nicht so wie Unternehmen. Dort wird in Semestern gedacht", gab Heim zu bedenken. Aber sie ermunterte die Unternehmer, den Standortvorteil zu nutzen. "Über 70 Prozent unserer Studenten sind aus Niederbayern und sie wollen hier auch bleiben. Das ist ein großes Potenzial."

Diane Ahrens berichtete über bisherige Kooperationen mit der HDU im Bereich Einkauf, Logistik und Supply Chain Management, die sich vor allem auf das Betreuen von Bachelor- und Masterarbeiten konzentrierten. Sie brach eine Lanze dafür, Firmenprojekte von Studenten bearbeiten zu lassen. "Sie sind herrlich unbelastet und gehen sehr kreativ an die Sache ran. Auch wenn sich vielleicht die Ideen nicht alle umsetzen lassen, aber sie können einen Impuls geben, eine Veränderung vorbereiten", teilte die Professorin ihre Erfahrungen mit. Solche Arbeiten seien auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, jemanden genauer zu "beschnuppern", um ihn oder sie später eventuell in die Firma zu nehmen. Um als Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen, habe sich auch bewährt, seine Firma in Logistikvorlesungen vorzustellen und Werksbesichtigungen anzubieten.

Ihre Erfahrungen aus Sicht der Firma Lindner Group KG in Arnstorf schilderte Christine Nussbaumer, zuständig für Ausbildung und Personalentwicklung. Bei dem Familienunternehmen für Innenausbau, Isoliertechnik und Fassadenbau mit fast 6000 Mitarbeitern in der Zentrale und in 50 internationalen Niederlassungen werde Hochschulmarketing groß geschrieben. "Wir haben 200 Konstrukteure, Entwickler und Ingenieure und brauchen ständig neue. Dabei ist es unser Ziel, die Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu stellen", sagte Nussbaumer.

Im vergangenen September habe Lindner mit 105 Auszubildenden in 21 Berufen einen neuen Rekord aufgestellt. Für das duale Studium (Verbindung von Studium und Praxis) arbeite die Firma aus dem Rottal eng mit der HDU und mit der Hochschule Rosenheim zusammen. Ihre Empfehlung: "Nehmen Sie Studenten aus der Region. Die Anderen bleiben uns nicht." So seien 2011 nur 21 Prozent der Studenten im Unternehmen geblieben. "Wünschenswert wären mehr", sagte die Ausbildungsleiterin. Letztes Jahr wurden die Stellen für Studenten in der Firma wesentlich erweitert − auf 93. Sie fasste auch zusammen, welche Anforderungen die Studenten an die Firma hätten. "Sie wollen gefordert werden, selbstständig arbeiten, als volle Mitarbeiter anerkannt werden. Dann kommen sie gerne in das Unternehmen zurück und der Verdienst steht dabei nicht an erster Stelle."

Über Rechts- und Sozialversicherungsfragen bei der Anstellung von Studenten in Unternehmen informierte Christian Mitterdorfer vom Firmenkunden-Serviceteam der AOK Direktion Bayerwald.

Quelle: PNP - Regionalausgabe Freyung-Grafenau vom 01.01.2013


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