Berufsbegleitender Bachelor-Studiengang Kindheitspädagogik hat mit 32 Studierenden am Tech Campus begonnen. 

pnp 2016 03 23Zu ihrem ersten Studientag begrüßen Bürgermeister Max Niedermeier (2.v.r.) und Franz Xaver Wilhelm (r.) als Vertreter der Technischen Hochschule Deggendorf die Studierenden des neuen Bachelor-Studienganges Kindheitspädagogik im Technologie Campus Grafenau. − Foto: privat

Grafenau. Am vergangenen Samstag war es soweit: 31 Frauen und ein Mann wurden als Studierende des neuen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs Kindheitspädagogik von Bürgermeister Max Niedermeier und von Franz Xaver Wilhelm als Vertreter der Technischen Hochschule Deggendorf begrüßt. Beide freuen sich über die ersten Studierenden am gerade fertiggestellten Technologie Campus in Grafenau.

Der erste Studientag stand ganz unter dem Motto des sich Kennenlernens und der Teambildung. Die Studierenden kommen nämlich aus ganz Niederbayern – von Pocking, Simbach oder Straubing, von Landshut bis Grafenau. Viele von ihnen freuen sich, dass sie ortsnah in einem der beiden LernCenter, entweder in Grafenau oder in Deggendorf, studieren können. Sie nutzen die Chance, ihr praktisches Wissen durch eine wissenschaftliche Weiterbildung zu ergänzen.

Der Studiengang ist berufsbegleitend und viele Arbeitgeber unterstützen den Wunsch und den Mut ihrer Mitarbeiter/innen, sich auch nach vielen Berufsjahren noch einmal weiterzubilden. Sie haben den Mehrwert der zusätzlichen Qualifikation erkannt. "Ich arbeite seit 30 Jahren im Kindergarten", so F. Winter-Hopf, "doch durch das Studium wird mein Erziehungsberuf aufgewertet". Und F. Reindl, die als Kindergartenleitung arbeitet, freut sich über ein Update auf den neuesten Stand, beispielsweise in Rechtsfragen.

Für die meisten ist das Lernen schon eine Weile her. Die Teilnehmer/innen sind zwischen 22 und 59 Jahre alt. Doch lebenslanges Lernen ist auch mit fast 60 noch spannend, so die älteste Teilnehmerin. Alle bringen bereits vielfältiges Wissen aus sehr unterschiedlichen Bereichen mit. Sie arbeiten in Kindergärten, -krippen, im Hort, in der Kinderpsychiatrie oder in einem Heim für Jugendliche.

Diese beruflich sehr vielfältigen praktischen Erfahrungen führen zu einer großen Heterogenität. "Das ist eine Herausforderung für die Lehre. Um den Teilnehmer/innen mit ihren sehr verschiedenartigen Voraussetzungen gerecht zu werden, setzt der Studiengang auf flexibles Lernen", sagt Karina Fisch, Studiengangskoordinatorin des B.A.Kindheitspädagogik.

So werden viele neue Lerntechniken eingesetzt wie E-Learning und Webinare, die beide auf das Selbstlernen zu Hause setzen. "Für mich ist es ganz wichtig, dass ich meine Lernzeit weitestgehend selbst einteilen kann und kurze Wege zum LernCenter habe", sagt eine Studentin aus dem Raum Grafenau. "Ich bin alleinerziehend, habe zwei Kinder, eins davon ist noch im Kindergarten. Daneben habe ich einen 20-Stunden-Job in einer Sprach-Kita. Da ist Zeitmanagement gefragt!"

 

Damit auch die Präsenzveranstaltungen möglichst ortsunabhängig sind, werden sie per Videokonferenzen in das andere LernCenter übertragen. Auf diese innovative Art der Fern-Lehre ist Wolfgang Stern, Leiter des Instituts für Qualität und Weiterbildung an der TH Deggendorf, besonders stolz.

Aber ebenso auf die neuen didaktischen Methoden, die im B.A. Kindheitspädagogik zur Anwendung kommen werden. Diese wurden für den Studiengang vom Projektteam des DEG-DLM, (Deggendorfer Distance Learning Modell), entwickelt. Ziel ist es, Distanzen – örtlich wie zeitlich - durch medientechnische Angebote zu überwinden. Die Qualifizierungschancen werden damit für familiär und beruflich Gebundene gesteigert.

Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang "Kindheitspädagogik" richtet sich an das pädagogische Personal z.B. von Kindergärten, in der Regel Erzieher/innen, Qualifizierte auch ohne Abitur. Beruflich werden hohe Anforderungen an sie gestellt: Sie sollen vor allem der kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung der Kinder gerecht werden, gleichermaßen aber auch den Vorstellungen der Eltern und den Forderungen der Träger. Andererseits erfährt das pädagogische Personal oft wenig Wertschätzung.

Das neue Studienangebot will durch die Akademisierung dem Personal zu einer besseren Wissensfundierung und Beratung gegenüber Eltern und Trägern verhelfen. "Ich werde mit dem Studium meine praktischen Erfahrungen mit wissenschaftlicher Theorie untermauern", so F. Hofmann aus dem Landkreis Rottal-Inn. Viele Teilnehmer/innen möchten mit dem Studium ihre Karriere ausbauen und eine Führungsposition anstreben.

Gefördert wird das Projekt DEG-DLM vom Bundesministerium für Forschung und Bildung. Ziel ist es, im Rahmen "Offene Hochschule" die Region Niederbayern durch die akademische Weiterbildung in ländlich strukturierten Gebieten zu fördern.

DEG-DLM bietet daneben noch eine weitere berufsbegleitende Weiterbildung an: das Zertifikat Technische Betriebswirtschaft, das im Juni startet. Weitere Informationen dazu unter www.th-deg.de/deg-dlm oder 0991/3615769.

 

 

23.03.2016

SAXNDI...

...sagen wir anerkennend: Sind die sonstigen TH-Außenstellen bisweilen doch eher wenig bevölkert, so hat Grafenau jetzt immerhin so etwas wie Campus, Leben, Lernen; wenn auch per "Distance Learning Modell". Es ist so zumindest ein sichtbarer Beleg dafür vorhanden, dass die Auslagerung auf das Land hinaus auch etwas zurück zu geben hat, statt nur zu kosten. Nicht überall will sich der versprochene Effekt einstellen, dass es ringsum blühen sollte. So hat Bildung wenigstens echte Multiplikationen. Hermann Haydn

23.03.2016 | PNP

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