pnp 2016 06 08 "Wir haben schon sehr viel Kompetenz in der Region": Campusleiterin Prof. Dr. Diane Ahrens bei ihrer Präsentation im Kreistag. − Foto: Püschel

Prof. Diane Ahrens stellt im Kreistag den Technologiecampus Grafenau vor − Die Vision vom "Silicon Forest" 

von Peter Püschel

Freyung-Grafenau. Für viele ist es immer noch die "Logistik-FH" der Anfangsphase. Doch der Technologie-Campus Grafenau hat sich weiterentwickelt. Wie dessen Leiterin Prof. Dr. Diane Ahrens nun dem Kreistag berichtete, ist ihr Team mittlerweile verstärkt und erfolgreich im Bereich "Big Data" unterwegs.

Landrat Sebastian Gruber, der den Kreistag in regelmäßigen Abständen über die aktuelle Situation der drei Campi informieren lässt, würdigte die Einrichtungen insgesamt als "wertvolle Struktur im Landkreis", als "erfolgversprechende Initiative dank des Engagements der dort tätigen Leute".

"Wir haben viel geschafft mir Ihrer Hilfe", sagte Prof. Ahrens. Allerdings habe man festgestellt, dass Logistik "nicht so attraktiv und sexy ist" − da denke man eher an Lkw und Stau. "Also haben wir uns weiterentwickelt zur Datenanalyse."

"Big Data Analytics" heißt das in der Fachsprache, oder "Supply Chain Management", oder "Industrie 4.0".

Prof. Diane Ahrens zeigte sich besonders stolz auf die neuen Räumlichkeiten in Grafenau, die nicht nur für ihr Team eine hervorragende Adresse sind, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Stadtentwicklung. Und genau diese "Verknüpfung" ist den Wissenschaftlern wichtig: "Wir wollen der Region helfen."

Ziel sei es, "Hand in Hand mit Wirtschaft, Handel und Kommunen neue Konzepte zu entwickeln", so die Campus-Leiterin, "damit auch Großkonzernen der Weg in den Bayerischen Wald nicht zu weit ist". Wichtig für den Erfolg seien nicht allein die Sponsoren, "sondern vor allem engagierte Manpower".

Und die ist in Grafenau vorhanden. "Wir betreiben intensive Netzwerkpflege und haben viele Kontakte im In- und Ausland geknüpft", so die Professorin. Aktuell zählt ihr Team 14 Mitarbeiter − "eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis". Weitere Stellen werden folgen. So endete gerade die Bewerbungsfrist für eine neue Professur für Wirtschaftsinformatik, um das Feld "Big Data Datenbanktechnologie" anzugehen. "Wir haben den Zuschlag bekommen, die Forschung kommt nach Grafenau", so Prof. Ahrens. Im Oktober wird die Stelle besetzt.

Der Campus Grafenau ist mitten drin im Konkurrenzkampf um Forschungsgelder. Bislang wurden 1,2 Millionen Euro an Projektmitteln akquiriert. 13 Projekte laufen oder sind bereits abgeschlossen, darunter acht private Drittmittelprojekte.

Die Säulen der Tätigkeit im Campus Grafenau sind "Einkauf, Logistig, SCM", "Räumliche Entwicklung, Mobilität", "Softwareentwicklung" und "Datenanalyse, Prognoseverfahren". Prof. Ahrens: "Wir verknüpfen Technologie, Informatik und Management."

Konkret geht es dabei um Projekte wie Frischwaren-Disposition für Supermärkte, Prognosen für einen großen Mode-Versand, Materialfluss-Optimierung, Reichweiten-Modellierung im Zusammenhang mit E-Wald, Proaktive Instandhaltungsanalyse oder Touren- und Standortoptimierung für eine Möbelfirma.

Um künftig auch Studenten nach Grafenau zu holen, haben man sich als "Distance-Learning-Standort" beworben.

Stolz ist man im Campus Grafenau auf die Tatsache, dass hier die Idee für das Konzept "E-Dorf" entstand. "Es geht darum, Digitalisierung zum kleinen Mann zu bringen", erklärte Prof. Ahrens, die vor allem im Bereich medizinische Versorgung große Potenziale sieht.

Gemeinsam mit Landrat Sebastian Gruber hofft die Campusleiterin, dass es eine Gemeinde im Landkreis Freyung-Grafenau sein wird, die sich am Projekt "E-Dorf" beteiligen darf − wenn schon die Keimzelle dafür in Grafenau ist.

Ihre Vision: Die Region insgesamt zu einem "Silicon Forest" zu machen. "Wir haben schon sehr viel Kompetenz in der Region mit super Firmen", schwärmte Ahrens.

08.06.2016 | PNP


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