pnp 2017 1 24Prof. Dr. Diane Ahrens, Leiterin des Technologie Campus Grafenau, freut sich, mit ihrem Team die Idee zur Digitalisierung der Kommunen Spiegelau (Landkreis Freyung-Grafenau) und Frauenau (Lkr. Regen) umsetzen zu können. Begonnen wird mit der Telemedizin. − Foto: Langesee

Grafenau. "Digitalisierung zum Anfassen" – das ist es, was Prof. Dr. Diane Ahrens, Leiterin des Technologie Campus Grafenau (TCG), mit der Umsetzung des "e-Dorfes" ("digitales Dorf") erreichen möchte. Ende 2016 waren Spiegelau (Landkreis Freyung-Grafenau) und Frauenau (Landkreis Regen) als Musterkommunen für das vom bayerischen Wirtschaftsministerium geförderte Pilotprojekt aus mehreren Mitbewerbern für Südbayern ausgewählt worden.

Dabei soll untersucht werden, wie Standortnachteile einer Region wie Strukturschwäche, Bevölkerungsrückgang und mangelnde Infrastruktur durch den Einsatz moderner Techniken ausgeglichen werden können.

Stolz ist man im Campus Grafenau darauf, dass hier die Idee für das Konzept "e-Dorf" schon vor einiger Zeit entstanden war. "Aber wegen seines ressortübergreifenden Charakters war es schwierig, einen ,Kümmerer‘ zu finden. Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung hat das e-Dorf dann endlich Fahrt aufgenommen", erzählt Campusleiterin Ahrens im Gespräch mit der PNP.

Dann wurde der TCG mit dem Fraunhofer Institut mit der Durchführung des Wettbewerbsverfahrens zur Auswahl des digitalen Dorfes beauftragt. Auch organisatorisch eine Herausforderung, da beide Institute in einer Wettbewerbsbeziehung zueinander stehen. Inzwischen sind die Zuständigkeiten in Bayern zwischen dem Fraunhofer Institut und dem Technologie Campus Grafenau aufgeteilt worden und aus der Konkurrenz ist eine kollegiale Zusammenarbeit geworden.

"Das Fraunhofer Institut kümmert sich um Nordbayern und richtet in der Steinwald-Allianz (einem Zusammenschluss von 16 Kommunen in der Oberpfalz, Anm.d.Red.) einen ,digitalen Bauernmarkt‘ ein und wir entwickeln das e-Dorf für Spiegelau und Frauenau in Südbayern", so Ahrens.

 

Begonnen wird mit der Telemedizin und da laufen schon einige Fäden zusammen. "In einem Gespräch mit Helmut Denk, Geschäftsführer der Kliniken im Landkreis Freyung-Grafenau, und Ärztlichem Direktor Chefarzt Dr. Franz Schreiner kam heraus, dass sie sehr gerne mitmachen möchten. Hier können wir bereits auf einige Elemente aufbauen", berichtet die TC-Leiterin. Auch das Gesundheitsministerium sei von der Idee begeistert. Eine Verbindung habe sich zu Klaus Graf aus Freyung und seiner Firma IQ.medworks ergeben, die u.a. die Telemedizin-Versorgung auf Offshore-Windparks und auf den Halligen einrichte.

Es geht dabei auch um praktische Fragen. Zum Beispiel, ob in bestimmten Fällen eine "Gemeindeschwester 4.0" und eine App mit persönlichem Kontakt durch einen Nonstop-Ansprechpartner Hausbesuche von Hausärzte ersetzen kann.

Dazu braucht es Gespräche mit den Ärzten vor Ort und der Kassenärztlichen Vereinigung, Ein Problem ist auch noch, dass es kaum Abrechnungsschlüssel für telemedizinische Leistungen gibt.

Der Campusleiterin ist klar, dass es bei aller Digitalisierung "menscheln" soll, sich reine Technik "anfassen" lässt: "Es wird viel Betreuung vor Ort anfallen. Eine 80-Jährige, die bislang noch nie ein Tablet in der Hand gehalten hatte, sollte dieses auch bedienen können, um in den Genuss der Vorzüge z.B. der Telemedizin zu kommen." Deshalb werde auch berücksichtigt, dass die Geräte nur mit den Funktionen ausgestattet sind, die man wirklich braucht und die leicht zu bedienen sind, wie z.B. eine spezielle Chat-Funktion, eine Art "Facebook für Senioren".

Alle Inhalte werden gemeinschaftlich in beiden Kommunen, aber mit anderem Fokus umgesetzt. Für Frauenau könnte sich Ahrens ein digitales Rathaus als Top-Thema vorstellen.

Bis 2020 ist das Projekt e-Dorf angelegt, erste Ergebnisse erwartet Diane Ahrens für Mitte 2018.


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