Presseartikel

3,64 Millionen Euro Förderung für Leuchtturmprojekt "med4PAN"

Leuchtturmprojekt für medizinische Versorgung im Landkreis Rottal-Inn bekommt Förderbescheid über 3,64 Mio. Euro

19.11.2021 | THD-Pressestelle

Der Landkreis Rottal-Inn hat sich zusammen mit Projektpartnern in dem Projekt „med4PAN“ der Verbesserung der medizinischen Versorgung im Landkreis Rottal-Inn verschrieben. Die Gesamtleitung des Projektes übernimmt der European Campus Rottal-Inn (ECRI) der Technischen Hochschule Deggendorf (THD). Für diese Idee überreichte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dem Bundestagsabgeordneten Max Straubinger und dem Projektteam um Projektleiter Prof. Dr. Thomas Spittler am 18. November einen Förderbescheid in Höhe von 3,64 Millionen Euro.

In seiner Rede zur Übergabe des Förderbescheids hob Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das Projekt als ein Leuchtturmprojekt hervor, welches auch auf viele andere Landkreise anwendbar ist und die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nachhaltig verbessern wird. Der Minister betonte darüber hinaus, dass er das Projekt weiterhin persönlich begleiten möchte. Für MdB Max Straubinger, der bei der Übergabe als Abgeordneter des Landkreises anwesend war, handelt es sich bei „med4PAN“ ebenfalls um ein Leuchtturmprojekt. Er betonte die Bedeutung für den ländlichen Raum und wie durch das Projekt das Leben von Bürgerinnen und Bürgern mit Falle eines Notfalls oder einer Behandlung im Krankenhaus im Landkreis Rottal-Inn verbessert werden wird.

In Rottal-Inn, dem streusiedlungsreichsten Landkreis Deutschlands, sind im Notfall die Wege zwischen den Krankenhäusern überdurchschnittlich weit und für den Patienten zählt jede Minute. Um dieser Problematik künftig entgegenwirken zu können, untersucht das Projekt „med4PAN“ in vier konkreten Anwendungsfällen die Nutzung modernster Technologien in der medizinischen Versorgung.

Das Projekt setzt bereits bevor die Patienten überhaupt in der Klinik ankommen, an. Durch die Verknüpfung von Rettungsdienst und Rottal-Inn Kliniken soll die Versorgung von Patienten, die sich in einer Notfallsituation im Rettungswagen befinden, verbessert werden. Dazu werden Live-Videos des Patienten, die mit einer 360° Kamera im Rettungswagen erfasst werden, in die Notaufnahme übermittelt und die Ärzte können sich bereits vor Eintreffen des Rettungswagen ein Bild der Lage machen. Darüber hinaus soll mit dem Projekt die Kommunikation von Telekonsilien verbessert werden, die es Fachärzten aus unterschiedlichen Standorten der Rottal-Inn Kliniken erlauben, sich virtuell auszutauschen und so zur telemedizinischen Entscheidungshilfe beizutragen. Dadurch werden Zeit, Kosten, Belastung und Stress für alle Beteiligten reduziert und die Patientenversorgung verbessert. Im Rahmen des Projektes soll die Lokalisierung von Gegenständen und Personen in Kliniken erleichtert werden. Für medizinisches Personal würde das zu einer großen Erleichterung führen, da das benötigte Gerät geortet, sofort gefunden und dem Patienten so schneller geholfen werden kann. 

Neben den konkreten Fällen im Rettungswagen und der Klinik wird das Projekt auch einen sogenannten Innovationshub am ECRI aufbauen. Im Rahmen dessen werden die auf modernster Technologie basierenden Anwendungen wissenschafftlich erarbeitet, getestet, evaluiert und für weitere Anwendungsfälle skaliert. Dazu zählt beispielsweise die Lieferung eines Defibrillators mittels Drohne oder die Übermittlung von Bildern eines hochaufgelösten histopathologischen Schnittes in Echtzeit an den Spezialisten.

Das Projekt „med4PAN“ wird von Prof. Dr. Thomas Spittler geleitet und von Anna Schmaus-Klughammer, LLB (hons.), als Koordinatorin des Projektes an der THD unterstützt. Als Projektpartner sind neben dem Landkreis Rottal-Inn, die Rottal-Inn Kliniken, das Bayerische Rote Kreuz, das Frauenhofer Institut und die Firmen medDV und becon GmbH beteiligt.

Bild (BMVI): Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer übergab die Förderurkunde an Projektleiter Prof. Dr. Thomas Spittler und MdB Max Straubinger im Rahmen der virtuellen Veranstaltung.