In der "Champions League" der Glasindustrie

4.3.2012 |

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Wissenschaftsminister Heubisch weiht das "TAZ-Glas" in Spiegelau ein und betont dessen Bedeutung für die Region.

Vor dem Technologie-Anwender Zentrum für Glas in Spiegelau begrüßt Bürgermeister Josef Luksch Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Prof. Dr. Peter Sperber, Vizepräsident der Hochschule Deggendorf und geistigen Vater der "Glas-FH".

Mit dem Technologie-Anwenderzentrum für Glas (TAZ) ist Spiegelau nach dem Untergang der traditionellen Glasproduktion wieder in die "Champions League der Glasindustrie" aufgestiegen. Darüber freuten sich gestern bei der Einweihungsfeier für das 5,54-Millionen-Projekt mit Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und über 120 Gästen Architekt Klaus Bauer und Projektmanager Thomas Häringer.

In einer Rekordzeit von elf Monaten war der Bau des im Volksmund als "Glas-FH" bezeichneten Gebäudes auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks hochgezogen worden − mit einem Trakt für die Verwaltung, vier Laboren und der Schmelzhalle. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Deggendorf und der Uni Bayreuth wird im TAZ zu den Themen Glas- und Blankpresstechnologie und Prozessentwicklung geforscht.

"Ziel ist es, durch die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft diese Forschungsergebnisse schnell marktfähig zu machen und über die Ansiedlung innovativer Unternehmen Arbeitsplätze für eine vitale Region zu schaffen und zu erhalten. Das ist unsere Antwort auf die Herausforderungen des demographischen Wandels", betonte Minister Heubisch. In drei Jahren das vierte Anwenderzentrum nach Cham, Freyung und Teisnach eröffnen zu können − diese Erfolgsgeschichte sei eng mit der Hochschule Deggendorf verbunden. Dafür dankte Heubisch Prof. Dr. Reinhard Höpfl und Vizepräsident Prof. Dr. Peter Sperber. Dieser bezeichnete Spiegelau als sein "schwierigstes TAZ", aber als "Traum in der Zusammenarbeit". Jetzt wünscht er sich, dass es hier boomt und das TAZ Spiegelau deutschlandweite Aufmerksamkeit erregt. Deutschlandweit Aufmerksamkeit in Zusammenhang mit Glas erregt hatte Spiegelau schon im Jahr 2008. Damals schloss der österreichische Glasbaron Riedl endgültig die KSS-Glasfabrik. Eine hundertjährige Glastradition ging somit zu Ende.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 03.03.2012
Autor: Ursula Langsee
Foto: Langsee