Technik-Revolution aus dem Bayerwald

10.9.2012 |

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Steht im Teisnacher Technologie Campus die Zukunft der Teleskoptechnik?

Die Ingenieure Thomas Stubenrauch und Johannes Liebl hoffen, dass ihnen mit ihrem neue entwickelten Messportal zur Vermessung von Teleskopspiegeln der Durchbruch gelingt.

Noch ist es nur eine Maschine ohne Namen. Knapp drei Meter hoch und ebenso breit steht sie unscheinbar neben vielen anderen im Labortrakt des Teisnacher Technologiecampus − noch. Denn schon bald könnte die Maschine ohne Namen eine ganze Industriesparte revolutionieren: Für die präzise Vermessung von Teleskopspiegeln wären dann keine Türme mit über 70 Metern Höhe mehr nötig − ein Messportal mit drei auf drei Metern, das würde reichen.

Über ein Jahr lang haben der Viechtacher Diplom-Ingenieur Johannes Liebl (29) von der Hochschule Deggendorf und sein Kollege Thomas Stubenrauch (48), Maschinenbauer aus Limburg (Hessen), an dem komplexen System getüftelt. Ein weiteres Jahr haben sie in den Aufbau im Technologiecampus Teisnach investiert. Diese Woche liefen erste Tests − vielversprechend.

Bislang waren für die Messungen riesige Konstruktionen nötig. In Russland etwa ragt ein Turm mit 72 Meter in den Himmel. Denn nur wenn der Abstand der Messinstrumente zu den Spiegeln groß genug ist, können auch größere Spiegeldurchmesser vermessen werden. Bislang konnten kleinere Anlagen nur Spiegel bis zu 20 Zentimeter Durchmesser erfassen; mit der neuen Maschine sollen bis zu 1,80 Meter möglich sein. "Die Spiegel des Hubble-Teleskops hätten wir hier vermessen können", sagt Thomas Stubenrauch.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 11.09.2012
Foto: Geroldinger