TC Teisnach - Teleskopspiegel

10.10.2012 |

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Teisnach bekommt weltgrößte Maschine für Teleskopspiegel.

Sie soll künftig serienmäßig große und sehr präzise Teleskopspiegel für die Weltraumforschung produzieren. Mit dem Aufbau der nach Angaben der Hochschule Deggendorf größten Optikmaschine der Welt ist am Dienstag in Teisnach (Landkreis Regen) begonnen worden.

Die Maschine mit dem Namen "UPG 2000" wurde in den vergangenen drei Jahren im Auftrag der Hochschule von der Firma OptoTech Optikmaschinen GmbH aus Wettenberg (Hessen) entwickelt und ist 85 Tonnen schwer und mit Messturm sieben Meter hoch. Der Aufbau soll zwei Tage dauern.

Die Staatsregierung förderte das Projekt mit zwei Millionen Euro. Die Maschine kann Spiegel mit bis zu zwei Metern Durchmesser abmessen, schleifen und polieren. Bislang müssen Teleskopspiegel in mehreren Schritten gefertigt und bei jedem Produktionsschritt wieder neu in die Schleifmaschinen eingesetzt werden. Dies macht den Schliff nach Angaben der Hochschule ungenau. "Sämtliche Fertigungsprozesse passieren nun in einer Maschine", sagte Christian Murauer von der Hochschule Deggendorf. Dadurch seien die Spiegel am Ende extrem präzise. Es verbessere die Sensibilität der Spiegel, mit denen sie einfallendes Licht auffangen, enorm.

Nach erfolgreicher Testphase soll eine eigenständige Firma gegründet werden. Dann könnten die Spiegel serienmäßig hergestellt und vom Bayerischen Wald aus an Teleskophersteller rund um den Globus verkauft werden.

Die Forscher aus Teisnach hoffen, auch beim weltweit größten Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) mitmischen zu können und stehen in Kontakt mit deren Mitarbeitern. Das "E-ELT" wird derzeit entwickelt und soll 2018 in der chilenischen Wüste in Betrieb gehen. Solche Weltraumteleskope können in eine Entfernung von mehr als einer Million Lichtjahre blicken. "Um hier die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, werden immer größere Spiegel mit immer besseren Abbildungseigenschaften eingesetzt", sagt Lutz Küpper, der das Projekt in Teisnach leitet.

Mit einem Durchmesser von 40 Metern und aus etwa tausend Einzelspiegeln zusammengesetzt, soll der Hauptspiegel für das "E-ELT" der größte sein, den es gibt. Der Spiegel soll noch mehr Licht bündeln, damit man lichtschwache Objekte schärfer sehen kann. Die Astronomen erhoffen sich etwa, "die erdähnlichen Planeten genauer beobachten und untersuchen zu können, um herauszufinden, wo Leben möglich ist oder wäre", sagt ESO-Sprecher Lars Lindberg Christensen. Das Problem dabei: "Spiegel dieser Art und Qualität sind auf dem Weltmarkt kaum erhältlich und schon gar nicht in dieser Menge", sagte Lutz Küpper. Diese Marktlücke wollen die Teisnacher Forscher schließen.

Quelle: Viechtacher Bayerwald-Bote vom 09.10.2012 
Foto: Geroldinger