Kompetenzen des Technologie Campus haben sich herumgesprochen

10.9.2015 |

Noch hatte der Förderverein des Technologie Campus wenig zu fördern, doch das wird sich bald ändern. Denn wie Vorsitzender Theo Schneidhuber bei der Jahresversammlung am Dienstagabend berichtete, können künftig zwei Studenten ein Deutschlandstipendium erhalten. Sie erhalten einkommensunabhängig 300 Euro im Monat. Davon trägt der Förderverein 150 Euro, die andere Hälfte steuert der Bund bei. Ein erster Student hat sich bereits gemeldet, war zu erfahren.

Verstärken wird der Technologie Campus seine internationale Ausrichtung, denn im Bachelorstudiengang "Mechatronische und cyberphysikalische Systeme" werden mit Beginn 2017 ab dem dritten Semester Vorlesungen in Englisch gehalten, auch die Prüfungen sind dann in Englisch, informierte Diplomingenieur und operativer Leiter des TC Cham, Michael Fuchs.

Direkte Industriekontakte sind erforderlich

"Es ist erfreulich, dass sich immer mehr Umlandsgemeinden für den TCC interessieren", freut sich zu Beginn Vorsitzender Schneidhuber. Derzeit hat der Förderverein 74 Mitglieder. Die Vorstellung von Projektarbeiten am Ende des vierten Semesters habe ihn beeindruckt. Fuchs berichtete über die Einnahmen aus externen Dienstleistungen sowie Forschungaufträgen. Er rechnete Summen vor, die im Rahmen der Akquisitionsarbeiten erlöst werden sollen. "Akquisition ist erforderlich, wir müssen schon dranbleiben", antwortete Fuchs Landrat Franz Löffler auf entsprechende Nachfrage.

Sicher werde am TC auch nach Leistungen gefragt, "weil sich unsere Kompetenzen bereits herumgesprochen haben", fügte er hinzu. Fuchs sprach auch von direkten Industriekontakten, wie etwa zu "ThinkTec" in Neuschönau zur Entwicklung eines Modularen Deltaroboters. Insgesamt entwickelten sich die Akquise und damit die Einnahmen "besser als erwartet", stellte Fuchs weiter fest.

"Dafür müssten wir aber Leute einstellen, sonst wird's eng", sagte der operative Leiter des TC. Das sei aber gar nicht so einfach. Professor Dr. Josef Weber nannte auch den Grund dafür: "Wir stehen da in härtester Konkurrenz zur Industrie, dort wird mehr bezahlt und wir bräuchten mehr unbefristete Stellen." Am 1. April wird laut Fuchs ein neuer Laboringenieur für das Projekt "Industrie 4.0 ohne Grenzen" seine Arbeit aufnehmen. Aktuell seien noch die Stellen für zwei weitere Laboringenieure und einen Techniker ausgeschrieben.

Seminarlehrgang: Additive Fertigung

Fuchs ging auf die "strategischen Ziele 2017" ein. In der "additiven Fertigung" sprach er die 3D-MID-Technologie in Zusammenarbeit mit Firmen im Bereich Medizintechnik an, wobei der Einsatz von 3D-gefertigten Produkten in diesem Branchensegment "stark zunehmend" sei. Auf dem Sektor der "industriellen Robotik" nannte der operative Leiter die "kolloaborative und autonome Robotik", innovative Automatisierungslösungen mit integrierter Robotik und die "mobile Servicerobotik und Automatisierung". Eines der momentan wichtigsten strategischen Ziele für 2017 sei die Digitale Fabrik in Kooperation mit dem Gründerzentrum.

Fuchs sprach den Bachelorstudiengang "Mechatronische und cyberphysikalische Systeme" an, der im Wintersemester 2017/18 beginnt. Dieser werde eine verstärkte internationale Ausrichtung erfahren, denn ab dem dritten Semester werden die Vorlesungen in englischer Sprache erfolgen, auch die Prüfungen werden in Englisch sein.

Professor Weber befasste sich mit einem neuen, gemeinsamen Angebot von Campus und IHK: Zertifikationslehrgang "Technologiemanager Additive Fertigung". Das ist laut Weber ein intensives und praxisnahes Qualifizierungsangebot für eine technische Führungskraft eines Unternehmens.

Unternehmer wie Experten stimmen überein, dass der 3D-Druck die bisherigen Geschäftsmodelle verändern und Liefer- und Wertschöpfungsketten beeinflussen wird. Einigkeit besteht laut Weber auch in der Aussage, dass man bereits beim Produktdesign beginnen muss, um die Vorteile der additiven Fertigung voll ausschöpfen zu können. Für diesen Lehrgang haben sich bereits 19 Personen - bis auf eine alle aus dem Landkreis Cham - angemeldet. Beginn ist der 31. März, am 21. Juli wird die Prüfung sein und nach erfolgreichem Bestehen gibt es am 28. Juli die Zertifikate durch die IHK. Dort sind auch weitere Infos und die Anmeldung möglich.

Quelle: Chamer Zeitung