Die (Üb-)Ersetzer der Gebrauchsanleitungen

28.5.2015 |

img 6414 Unzählige Menschen freuen sich täglich über ihre neuen Smartphones oder Kleiderschränke vom Möbeldiscounter. Leider ist die Anfangseuphorie häufig schnell verflogen. Die Menüführung des Handys ist undurchsichtig und die bebilderte Anleitung zum Schrankaufbau erinnert an Hieroglyphen.

Damit die Freude nicht gänzlich in Kopfschütteln, Schläfenkratzen oder der völligen Infragestellung der eigenen Intelligenz endet, gibt es das „Usability Engineering“.

 

Egal ob in der Informationstechnologie oder zum Beispiel dem Industriedesign: Die Usability, zu Deutsch Benutzerfreundlichkeit, hat für IT-Anbieter und produzierendes Gewerbe eine große Bedeutung. Die Endverbraucher erwarten perfekt bedienbare Produkte. Marktführende Unternehmen zeichnen sich heutzutage dadurch aus, dass Ihre Erzeugnisse sogar noch zusätzliche, unerwartete Mehrwerte bieten. Bei dieser niedrigen Frustrationstoleranz ist Gebrauchsuntauglichkeit ein K.O.-Kriterium. Deshalb müssen gerade Selbstständige (zum Beispiel IT-Designer oder Medienberater) sowie kleine und mittlere Unternehmen in die Nutzerfreundlichkeit  und den hohen Unterhaltungswert ihrer Produkte investieren, um am Markt bestehen zu können.

Während Großkonzerne ganze Abteilungen einrichten, die sich mit der anwenderfreundlichen Bedienbarkeit ihrer Produkte beschäftigen, können sich kleinere Unternehmen dies nur selten leisten. Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) hat deshalb das Hochschulzertifikat „Usability Engineer“ entwickelt. Bereits im fünften Jahr in Folge wird das Programm am Weiterbildungszentrum der THD durchgeführt.

Die Vorlesungen finden an 13 Wochenenden über neun Monate statt. Die Präsenzphasen bieten durch die begleitende Projektarbeit eine intensive und praktische Auseinandersetzung mit dem weiten Thema des Usability Engineerings. Dazu gehören  nicht nur die Informatik, das Design und der Maschinenbau sondern beispielsweise auch die kognitive Psychologie und Sozialforschung. Den ständigen Praxisbezug sichern auch die Dozenten, Usability-Profis sowie renommierte Professoren der Hochschule. Geeignet ist die Weiterbildung für Fachleute aus den Disziplinen Medien,  Psychologie, Informatik  und Sozialwissenschaften, aber auch für Usability Professionals aus namenhaften Unternehmen. IT-Grundkenntnisse sind nicht nötig. Besonderer Wert wird vor allem auf die Multiprofessionalität der Teilnehmer und Dozenten sowie die damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten gelegt. Die Teilnehmer können sich das Zertifikat auf ein eventuell späteres Hochschulstudium zum Beispiel im Bereich Design oder Informatik anrechnen lassen. Zertifikatsplätze sind für den Start am 23. Oktober 2015 noch vorhanden. Nähere Informationen bekommen Interessierte über Frau Caroline Hlinka-Chod vom Weiterbildungszentrum der THD unter Tel. 0991/3615-727.

 

21.09.2015 | THD-Weiterbildungszentrum