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Der Funke ist übergesprungen

14.6.2016 |

20160614 slf1"Stadt-Land-Fluss"-Festival: 2000 Musikfans feiern zu elektronischer Musik auf dem Campus und in der Stadthalle

Moderne elektronische Musik unter freiem Himmel mitten in Deggendorf. Dass das funktioniert, haben die Veranstalter des "Stadt-Land-Fluss"-Festivals am Wochenende bewiesen.

 

Rund 2000 Musikfans kamen am Samstag zusammen, um auf dem Campus der Deggendorfer Hochschule und in der Stadthalle zu House- und Technoklängen zu tanzen und zu feiern.

Über 20 DJs sorgten bei dem groß angelegten Musikevent den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein für Stimmung bei den Besuchern. Auf dem Campus wurden im Freien sogar gleich zwei Bühnen aufgebaut. Auf der großen Hauptbühne gaben sich mehrere international bekannte Künstler die Ehre. Neben dem Berliner DJ Wankelmut, der vor allem mit seinem Hit "Reckoning Song/One day" die Charts stürmte, zählten auch Sascha Braemer, Oliver Schories und Cassius Kline aus München zu den Hauptakteuren des Festivals.

20160614 slf2Für Stefan Birne, der sich um die Buchung aller Künstler gekümmert hat und auch selbst unter dem Namen Charnaux als DJ auflegte, war es etwas besonderes, gerade diese DJs auf der Bühne zu haben: "Das sind elektronische Künstler mit Weltruhm, die spielen auf der ganzen Welt. Es gibt Leute, die haben Tickets aus Berlin gekauft, weil sie alle hier spielen."
Auf der gleichen Bühne legten auch viele weitere erfahrene DJs auf, darunter die Deggendorfer DJs Charnaux und Lyon Noir sowie Tapetenwechsel aus Mühldorf und der Regensburger Pierre van Hooven.

Um junge Nachwuchskünstler aus der Region zu unterstützten, kam Birne auf die Idee, beim Open-Air auch eine "Local Hero Stage" aufzubauen. Gleich am Eingang wurden die Festivalbesucher von der Musik von aufstrebenden DJs wie Morz des Soundsystem, Jack Sam Dee, Bruce Phillis und den Oilbois begrüßt. "Das sind so viele talentierte Musiker und Künstler", erklärte Birne. "Deswegen wollte ich, dass da eine kleine Bühne steht, wo sie eine Chance bekommen." Klein war diese Bühne tatsächlich, sie war dafür aber ein echter Hingucker. Bei der "Local Hero Stage" handelte es sich nämlich weniger um eine traditionelle Bühne, als vielmehr um einen umgebauten Land Rover Defender im schwarzem Panzer-Look. Dort war gerade genug Platz für einen DJ und ein modern ausgestattetes DJ-Pult mit Musikanlage. "Ich habe selten so eine coole Stage gesehen", zeigte sich der Landshuter DJ Bruce Phillis begeistert. Seit zwei Jahren ist er als DJ in Clubs und bei Festivals unterwegs und legt regelmäßig vor allem in Landshut und Regensburg auf. Das "Stadt-Land-Fluss"-Festival ist für ihn eine spezielle Veranstaltung, "weil es in Niederbayern ist und man solche lokalen Events immer unterstützen sollte." Zwar waren bei seinem Auftritt zu Beginn des Festivals um 12 Uhr noch nicht sehr viele Leute da, das spielte für Bruce Phillis, der eigentlich Philipp Mann heißt, jedoch keine große Rolle: "Bei mir persönlich kommt es nicht auf die Menge, sondern auf die Qualität der Leute an, die da sind und wirklich Lust auf die Musik haben."

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Vor allem zum Abend hin konnte dann aber keine Rede mehr sein von zu wenig Zuschauern auf dem Hochschulgelände. "Es war nicht proppenvoll, so dass man sich nicht mehr bewegen konnte, sondern es war genau richtig", findet Christian Murauer, einer der Hauptorganisatoren des "Stadt-Land-Fluss"-Festivals. Die meisten Festivalbesucher tummelten sich vor der Hauptbühne, tanzten zur Musik. Hier und da warfen sie sich aufblasbare Strandbälle zu oder planschten im flachen Wasserbecken auf dem Hochschulgelände. Wer es eher gemütlicher wollte, holte sich etwas an einem der vielen Essens- und Getränkestände und setzte sich dann an einem der Tische im Zentrum des Campus.

Die Freunde Tim Vetter und Artur Murawskij sind extra aus dem Landkreis Mühldorf zum Festival gekommen und sind eingefleischte Elektro-Festivalbesucher. Sie zeigten sich begeistert von dem Event mitten auf einem Hochschulcampus. "Jeder will einfach nur tanzen", beschreibt Tim die Zuschauermenge. "Und jeder, dem die Musik gefällt, verliert sich richtig in der Musik."

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Nach dem Campus Open-Air, das um 22 Uhr zu Ende war, ging es für viele Besucher noch weiter zur Aftershow-Party in die Stadthallen. Auch dort sorgten viele DJ-Talente für die passende Musik, darunter auch die Deggendorfer So.undso und Prof. Dr. Christian Zich.

Für Murauer war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Der Deggendorfer Campus sei von der Elektro-Szene sehr gut angenommen worden und es sei spürbar "ein Funke übergesprungen". Die Chancen, von nun an alle zwei Jahre eine Open-Air-Veranstaltung auf dem Deggendorfer Campus zu veranstalten, schätzt Murauer nach dem Erfolg des Festivals als sehr gut ein. Bereits in dieser Woche sollen erste Gespräche mit der Hochschulleitung dazu geführt werden. Geht es nach Tim aus Mühldorf, könnte das "Stadt-Land-Fluss"-Festival sogar jedes Jahr stattfinden. Sein Freund Artur warf daraufhin lachend ein: "Oder am besten alle drei Monate."

13.Juni 2016 | PNP-Deggendorfer Zeitung (Katharina Cavar)