Presseartikel

Neue Wege für effiziente Stromversorgung

Grenzüberschreitendes Projekt am Technologie Campus Freyung erfolgreich abgeschlossen

31.3.2020 | kwanieck

Die Stromversorgung ist immer mehr eine Mischung verschiedener Energiequellen, insbesondere seit der Anteil von erneuerbaren Energien zunehmend wächst. Dadurch entstehen im Tagesverlauf teilweise unvorhergesehene Lastspitzen oder auch Bedarfslücken, die dem Stromnetz eine hohe Dynamik und Flexibilität abverlangen. Damit ein heutiges Stromnetz unter diesen Voraussetzungen nachhaltig, stabil und intelligent agieren kann, benötigt es eine sehr komplexe Infrastruktur, das so genannte Smart Grid. Neue Technologien, wie eine dynamische Laststeuerung, versuchen dabei Angebot und Nachfrage effizient aufeinander abzustimmen. Am Technologie Campus Freyung beschäftigte sich das Projekt „Smart Grid Technologien für ländliche Gebiete und KMUs“ mit dem Thema „Intelligentes Stromnetz der Zukunft“. Das Hauptforschungsgebiet war dabei die dynamische Laststeuerung. Diese soll es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erleichtern, neue Prozesse bei sich umzusetzen und somit Energiekosten zu senken. Im Projekt arbeiteten die Universität Budweis in Tschechien mit dem Technologie Campus Freyung als Projektpartner zusammen. Die beiden Hochschulstandorte haben ein gemeinsames grenzübergreifendes Labor aufgebaut, das die Simulation eines typischen Industrie 4.0-Unternehmens mit einem intelligenten Stromnetz ermöglicht. In Freyung steht dazu eine Industrie 4.0-Roboteranlage, die als „digitaler Zwilling“ in die Stromnetz-Simulation am Standort Budweis integriert werden kann. Eine intelligente Strommessung ermöglicht beispielsweise eine Reaktion auf eine gerade geringe Auslastung von Maschinen in der Fabriksimulation oder auch auf Lastspitzen. Dazu werden die realen Energieverbrauchsdaten der Industrie 4.0-Anlage in Freyung an die Netzsimulation in Budweis gesendet und fließen dort mit in die Berechnungen ein. Ebenso kann auf die Verbrauchsempfehlungen anhand aktuell verfügbarer Energie durch die Simulation reagiert werden, wodurch sich der Energieverbrauch der Maschinen anpassen lässt. Das gemeinsam aufgebaute Labor steht weiterhin für Kooperationen mit Unternehmen sowie für Forschung und Lehre zur Verfügung. Für KMU ist eine Simulation mit individuellen Industrie-Prozessen möglich. Die erhobenen Stromdaten können beispielsweise auch für weitere Berechnungen im Hinblick auf eine vorausschauende Wartung von Industrie 4.0-Anlagen in KMUs verwendet werden. Das Kooperationsprojekt „Smart Grid – Technologien für ländliche Gebiete und KMUs“ wurde durch die Europäische Union „Ziel ETZ Freistaat Bayern – Tschechische Republik 2014-2020 (Interreg V)“, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung mit einer Summe von rund 750 000 Euro innerhalb einer Projektlaufzeit von drei Jahren gefördert und am 31. März 2020 erfolgreich abgeschlossen.

Das Bild zeigt die Projektmitarbeiter bei der Laborbesichtigung am Technologie Campus Freyung: Dr. Miloš Prokýšek (Uni Budweis - JCU, von links), Siegfried Hildebrand (THD – Technische Hochschule Deggendorf), Jakub Geyer (JCU), Dr. Rudolf Vohnout (JCU), Prof. Dr. Andreas Berl (THD). Quelle: Technologie Campus Freyung