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Presseartikel

Von humanitärer Hilfe zur institutionellen Kooperation

THD-Professor operiert Patientin aus Uganda

10.10.2023 | THD Pressestelle

Die medizinische Grundversorgung ist in vielen afrikanischen Ländern mangelhaft. Das kann auch Dr. med. Thiha Aung, Professor für Operative Medizin an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD), bestätigen. Er war bereits in mehreren afrikanischen Ländern und hat dort an zahlreichen humanitären Hilfseinsätzen teilgenommen. Aus diesen Einsätzen weiß er, dass größere Operationen vor Ort nicht möglich sind. Die Folge: Patienten leben oft jahrzehntelang mit ihren unbehandelten, oft nicht einmal diagnostizierten Krankheiten. So erging es auch einer 28-jährigen Frau aus Uganda. Nun konnte ihr geholfen und der Startschuss für eine institutionelle Zusammenarbeit in Uganda vollzogen werden.

Die Patientinnen und Patienten in Uganda werden überwiegend auf Bananenplantagen visitiert und behandelt. Zur Diagnose von Lymphödemen werden einfache Handultraschallgeräte eingesetzt. Der Schwerpunkt der Behandlung mit den vor Ort vorhandenen Möglichkeiten liegt im Bereich der konservativen Therapie mit manueller Lymphdrainage und Kompressionstherapie sowie entsprechender Wundversorgung.

Eine der Betroffenen ist Lawin Kushaba. Sie leidet seit einigen Jahren an einem sehr ausgeprägten Lymphödem (Stadium III) am rechten Bein und kann nun dank THD-Professor Aung wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Vor Kurzem führte der Mediziner im Klinikum Freyung bei der Patientin eine sogenannte autologe vaskularisierte Lymphknotentransplantation (VNLT) durch, um ihr Beinlymphödem zu reduzieren. Bereits wenige Tage nach der sechsstündigen Operation hat sich der Umfang des betroffenen Beines deutlich verringert. Seitdem ist eine weitere deutliche Verbesserung des Lymphödems und eine Steigerung der Lebensqualität und der Bewegungsmöglichkeiten der Patientin zu verzeichnen.

Rainer Klaus, 1. Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Lymphoedemtherapie e.V., hatte den Kontakt zu dem THD-Professor hergestellt, um Lawin den Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. Aung ist Leiter des Studiengangs „Physician Assistant“ an der THD und Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Translationale Sarkomforschung und Lymph-(Angiogenese)“ an der Universität Regensburg.

Um die medizinische Versorgung von Lymphödem-Patientinnen in Uganda zu verbessern, sind weitere gegenseitige Besuche und gemeinsame Drittmittelanträge geplant. So strebt der THD-Professor beispielsweise eine Kooperation mit der Universitätsklinik „Bugema University“ in Kampala an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung von Lymphödemen unterschiedlichen Ursprungs. Aung diskutierte mit den zuständigen Ärzten vor Ort diverse Optimierungsvorschläge der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Bereits 2007 leistete der erfahrene Chirurg, der selbst aus Myanmar stammt, im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit seinen ersten humanitären Einsatz in Myanmar. Seitdem führt er mit Teams aus Ärzten, Studierenden, Pflegekräften und Orthopädietechnikern regelmäßig Einsätze in Entwicklungsländern in Asien und Afrika durch. Dabei werden vor allem fortgeschrittene Tumore im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Orthopädie und Gynäkologie operiert.

Bild (THD): Von humanitärer Hilfe zur institutionellen Kooperation mit Uganda – THD-Professor Dr. med. Thiha Aung operiert erfolgreich Lymph-Patientin aus Uganda.