Von der Natur inspirierte Oberflächen

22.10.2015 |

aust.jpgschmid.jpgBionik-Vortragsreihe am Technologie Campus - Neue Fassadenbeschichtung vorgestellt

Freyung. Oberflächen mit besonderen Eigenschaften zählen zu den Klassikern der Bionik-Forschung. Lotuseffekt, Gecko-Tape und Klettverschluss sind nur einige Beispiele, die daraus erfolgreich hervorgegangen sind. Bei der diesjährigen Bionik-Vortragsreihe am Technologie Campus Freyung wurden zwei Projekte aus Wissenschaft und Wirtschaft vorgestellt.

Prof. Dr. Martin Aust, Leiter der Arbeitsgruppe Bionik in Freyung, startete mit einem Vortrag über die Forschung an leicht zu reinigenden Oberflächen. Insbesondere Kunststoffoberflächen stehen in seiner Forschung im Mittelpunkt. „Sie kommen in vielen Gegenständen des Alltags vor, wie z.B. Karosserien, und sind häufig starken Umweltbelastungen ausgesetzt. Wir wollen dazu beitragen, zur Lebens- und Nutzungsdauer dieser Produkte sowie zur Reduzierung von Reinigungsaufwänden beizutragen, indem wir Verschmutzung verhindern und Reinigung erleichtern“, fasst Prof. Aust seine Forschung zusammen.


Das Phänomen der Selbstreinigung findet man mehrfach in der Natur und ihre Grundlagen sind gut bekannt. In Freyung arbeitet man nun an der technischen Umsetzung. Das Ziel sind neue marktfähige Produkte.


Im zweiten Vortrag stellte Reiner Schmid von der Sto SE & Co. KGaA ein solches Produkt vor. Die neueste Entwicklung der Firma Sto ist eine Fassadenbeschichtung, die stets trocken bleibt. Inspiriert wurde die Entwicklung vom Nebeltrinkerkäfer. Der in der Namib-Wüste lebende Käfer kann Wasser aus der Luft auf seiner Körperoberfläche sammeln und gezielt zu seinem Mund leiten. Dies wird durch besondere Eigenschaften der Oberfläche erreicht, die Wasser mal anzieht und mal abstößt. Dieses Prinzip wurde für Fassaden übertragen und nun leiten diese beschichteten Fassaden Wasser gezielt ab. Die Fassade trocknet sich dadurch von selbst. „Die Entwicklung unseres neuesten Produktes hat mehrere Jahre gedauert. Bionik ist spannend, faszinierend, erfordert aber auch Zuversicht und Durchhaltevermögen − und zahlt sich am Ende aus“, beschreibt Reiner Schmid den Weg zum Innovationserfolg.


Bereits zum siebten Mal fand die Vortragsreihe mit Unterstützung des Fördervereins Technologie Campus Freyung e.V. am TCF statt. Auch dieses Mal konnten insbesondere bei der anschließenden Diskussion interessante Fragestellungen erörtert und neue Kontakte geknüpft werden. pnp - 07.11.2015