Schnittmenge aus Musik und Technik
Die Fakultät Elektrotechnik und Medientechnik der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) erhält seit diesem Monat tatkräftige Unterstützung. Dr. David Wolfart lehrt und forscht am Campus Deggendorf im Bereich der Audiotechnik, den er auch als Schnittmenge zwischen Musik, Technik und der zugrundeliegenden Physik bezeichnet. Er ist Experte für akustische Messtechnik, experimentelle Hörforschung und Audiologie, Hardwareentwicklung und Hörgerätetechnik sowie Raumakustik.
Nach seinem Abitur absolvierte der gebürtige Mainzer seinen Wehrdienst beim Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg. Als Schlagzeuger konnte er zu dieser Zeit Einblicke in das Leben eines Berufsmusikers gewinnen. Anschließend entschied er sich trotzdem für das Studium der Elektrotechnik am Karlsruher Institut für Technologie und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Mit seiner Spezialisierung im Bereich der Akustik und der Audiologie konnte er dabei sein Hobby, die Musik, mit seinem technischen Interesse verbinden. Wolfart promovierte in der Hörforschung an der Uniklinik Köln und arbeitete nach Erhalt des Doktortitels bei WS Audiology, wo er entscheidend an der Entwicklung von Hörgeräten mitwirkte.
Besonders beeindruckend an der Hörgeräteentwicklung seien die hohe Komplexität technischer Produkte und die darin implementierten Algorithmen, so der mittlerweile 45-Jährige. Er selbst versteht sich als Vermittler zwischen der Welt der Musik- und Kunstschaffenden sowie der Forschenden und der Industrie. An der THD möchte er seine Expertise in der anwendungsbezogenen Forschung und der Industriepraxis in Lehre und Forschung einfließen lassen. Dabei plant er beispielsweise, seine eigenen Netzwerke, die er auf seinem bisherigen Karriereweg aufgebaut hat, zu nutzen und zu erweitern. Unter anderem sollen die Studierenden beim Verfassen von Abschlussarbeiten, der Suche nach einem Praktikumsplatz oder der Berufsfindung davon profitieren.
Lehre mit Leidenschaft
Dass Wolfart sich für die TH Deggendorf entschieden hat, erklärt er mit der ausgezeichneten Ausstattung der Hochschule und dem spannenden Umfeld mit wertvollen Kooperationspartnern der Region. „Derartige Akustik- und Audiolabore sind im Hochschulbereich wirklich selten – obendrein die Unterstützung von zwei erfahrenen Laboringenieuren“, so der neue Professor. „Aus diesem Privileg sehe ich eine große Chance erwachsen, diese Labore mit Leben zu füllen und deren immenses Potential mit Studierenden und in Kooperationsprojekten mit externen Partnern aus Industrie und Forschung auszuschöpfen.“
Er legt großen Wert darauf, dass die Studierenden im Bereich der Audiotechnik nicht nur verstehen, was sie tun, sondern auch Spaß daran haben. Gleichzeitig halte er es für wichtig, individuelle Interessen an verschiedenen Themen zu berücksichtigen. Ihm sei bewusst, dass nicht jeder oder jede Audioexperte oder -expertin werden möchte. Eine solide, breitgefächerte Ausbildung sei trotzdem wichtig, um die eigene Expertise und Spezialisierung schlussendlich in sinnvolle Kontexte setzen zu können. Seine Studierenden zu betreuen, zu fördern und zu fordern, steht deshalb im Fokus von Wolfart. Seine offene, neugierige und engagierte Art soll seine Vorlesungen zu interessanten Veranstaltungen machen. Zudem zeigt er selbst am besten, dass Wissen- und Leidenschaft sich gut vereinbaren lassen: Bis heute spielt der Professor für Audiotechnik semiprofessionell Schlagzeug in verschiedenen Orchestern.