WURI-Konferenz: Die Welt zu Gast in Deggendorf
Vom 23. bis 25. September fand an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) die dritte „WURI Global Conference“ satt. Rund 150 Vertreterinnen und -vertreter von mehr als 40 universitären Einrichtungen aus insgesamt 14 Ländern nahmen teil. Die THD hatte bei den Rankings der WURI Foundation in den letzten Jahren stets Spitzenplätze belegt. Daher die Ehre, 2026 die Konferenz ausrichten zu dürfen. Nach Busan (Südkorea) 2025 und San Francisco im kommenden Jahr.
„WURI“, erklärt THD-Präsident Prof. Waldemar Berg, „das steht für die weltweiten Hochschulen mit unmittelbarer Wirkung: World Universities with real impact. Also für solche, die mit ihrer Lehre, ihrer Forschung und ihrem Gründungsengagement einen nachhaltigen, positiven Effekt auf die lokale Gesellschaft und Wirtschaft erzielen können.“ In der Anfang des Jahres erschienenen weltweiten Top-500-Liste habe die THD mit insgesamt 54 thematisch verschiedenen Bewerbungseinreichungen den 10. Platz belegt.
Innovation muss regional wirken
Von der Konferenz sei in dieser Hinsicht eine starke Botschaft ausgegangen, sagt Berg: „Nicht unbedingt die Größe einer Hochschule, die Anzahl ihrer Publikationen oder ihr Bekanntheitsgrad sollten bei Rankings immer wieder in den Mittelpunkt gerückt werden, sondern eben auch die Frage, ob aus klugen Ideen konkrete Wirkungen in der Region entstehen.“ Genau das sei die DNA des WURI-Rankings. So bekämen auch kleinere und weniger bekannte Hochschulen eine Plattform, wenn ihre Innovationen einen nachweisbaren Beitrag leisteten. „Und können so“, ergänzt Präsident Berg, „auch durchaus mal in der Rangliste vor den Schwergewichten der Zunft landen.“
Lehren, forschen, gestalten
Die Konferenz thematisierte neben der regionalen Wirkung außerdem, wie Hochschulen auf globale Herausforderungen reagieren können – etwa durch besseren Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung, Biodiversität, soziale Inklusion oder die Unterstützung benachteiligter Gruppen. Viele der präsentierten Projekte hätten in dieser Hinsicht deutlich gemacht, dass Hochschulen bereits weit über ihre klassische Rolle in Lehre und Forschung hinausgehen und zu aktiven Gestaltern ihrer Heimatregion werden. THD-Präsident Berg begrüßt dies ausdrücklich: „Wie wir an der THD auch, entwickeln die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen und gesellschaftlichen Akteuren Lösungen für konkrete Herausforderungen – beispielsweise in den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Digitalisierung, soziale Teilhabe oder regionale Wirtschaftsentwicklung.“ Die Sessions zu Social Impact, Inclusive Social Innovation, Industrial Application und University-Based Entrepreneurial Projects hätten diesen Ansatz anschaulich widergespiegelt.
Digitalisierung und KI sind Transformationsmotor
Nicht fehlen durfte das Dauerthema Künstliche Intelligenz. Sie gehe selbstverständlich auch an den Orten des Lehrens und Lernens nicht vorbei, im Gegenteil. „KI muss zukünftig noch viel stärker als Instrument für neue Lehr- und Lernformen, effizientere Hochschulprozesse, Entrepreneurship und darüber hinaus für gesellschaftliche Entwicklung genutzt werden“, so Berg. Beispiele dafür waren bei der WURI-Tagung unter anderem KI-gestützte Lernsysteme, digitale Sicherheitsangebote für kleine und mittlere Unternehmen sowie neue digitale Geschäftsmodelle.